282
VIERTES BUCn.
Gläser schliff. Auch stand er in Correspondenz mit denBernoulli’s, Euler , Joh. Gessner, Chr. Wolf u. a. Gelehrtenseiner Zeit'). Ein Schiller wahrscheinlich von Spleiss warChristoph Jetzier (1734-1791). Er war der Sohneines wohlhabenden Kürschners und wurde von seinemstrengen Vater zu demselben Berufe angehalten, obgleicher frühe schon grosse Neiuung und Fähigkeit für Mathe-matik zeigte, setzte aber in Mussestunden mit Hülfe vonBüchern seine Studien fort. Nach dem Tode des Vaters,1759, entsagte er dem Beruf und ging, in Gesellschaft vonSulzcr, Fiissli, Lavater und Hess, nach Berlin , um unterEuler sich weiter auszubilden. Nach seiner Rückkehr über-nahm er das Amt eines Stadtbaumeisters, machte sich aberviele Feinde durch tiinführung besserer Ordnung. Nochheftigeren Zorn erregte er mit einer Schrift über die Mängeldes Forstwesens, so dass er sich 1770 entschloss, auf mehrereJahre Schaffhausen zu verlassen. Er blieb einige Monatebei Jeanneret in Grandson, machte dann längere Aufenthaltein Paris , London und Leyden und kehrte 1772 wieder nachSchaffhausen zurück, wo er in den Rath und zwei Jahrespäter zum Forstmeister erwählt wurde Nach dem Todevon Thomas Spleiss wurde ihm auch die Professorstelle derMathematik übertragen. Eine neue längere Reise, 1776,nach Wien , Berlin , Göttingen machte ihn bekannt mit denersten Mathematikern und Astronomen Deutschlands , dieihn mit Auszeichnung aufnahmen. Auf dieser Reise fassteer den Entschluss, sein Vermögen zur Stiftung eines Waisen-hauses zu verwenden, dessen Leitung er selbst übernehmenwollte. Die Ausführung dieses Gedankens verwickelte aber denetwas starrköpfigen Mann wieder in so viel Verdriesslich-keiten, dass er für gut fand, von Schaffhausen ganz wegzu-ziehen und sich in Deutschland niederzulassen. Bevor erjedoch dazu kam, fand er seinen Tod durch einen Sturz
') Wolf, Biogr. I.