287
überall noch nicht das Bedürfnis, sie auf Staatskosten aus-lühren zu lassen.
Die allgemeinen Karten der Schweiz , die im Lande oderauswärts erschienen, waren grossentheils Copie’n der Gyger’-schen oder Scheuchzer'schen Karten. So die Carte de Suisseetc. von Gu il lau m e d e l’lsl e, 1715, die auch in spä-teren Ausgaben erschien; so ferner die wiederholt bear-beiteten bunten Karten der Schweiz von Ho mann undseinen Erben in Nürnberg , von welchen die Ausgabe von1751 durch Tob. Mayer (nachher in Güttingen ) gezeichnetworden w r ar und jedenfalls vor der Ausgabe von 1732 Vorzügehatte; so auch die Karten, die Seutter in Augsburg her-ausgab. Gefälliger, durch Klarheit und reinlichen Stich, istdie von Rouvier, 1760 und 1767, herausgegebene Karleder Schweiz , in ungefähr 1 : 529000 der w. Gr ; ihre Ge-nauigkeit ist aber nicht grösser als die der andern Kartendieser Zeit. Thuner- und Brienzersee liegen in gerader Linie,die südlichen Wallisthäler sind zu kurz, die Gebirgszeich-nung ist willkürlich. — Für die geographischen Anstaltenin Nürnberg und Augsburg bearbeitete Gabriel Walser (1695-1776) aus Appenzell A. Rh., Pfarrer zu Bernegg imRheinthal, auch bekannt durch historische Schriften, eineneigenen Schweizer-Atlas, der 1770 erschien und, nebst denälteren Homann’schen Generalkarten, von 1732 und 1751,18 Specialkarten von Walser enthält. Die nämlichen Special-karten erschienen auch bei Matth . Seutter in Augsburg . Dievon Walser angebrachten Verbesserungen beruhen, wie derDetail aller dieser älteren Karten, mit Ausnahme derjenigenvon Gyger und wenigen anderen, auf oberflächlicher Wahr-nehmung und nicht auf Messung. Walser selbst sagt in demText zu seinem Atlas:
„Man hat verschiedene Landcharten von der Schweiz ;allein alle haben ihre Mängel und Fehler; denn esist was schweres, eine accurate Landcharte von einem