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VIERTES lil’CH.
von den gegenwärtig geltenden nicht viel mehr, als dieseunter sich verschieden sind. — Einen Nachklang zu derersten Reise der Engländer nach Chamouni findet man inShukburgh’s Grausen erregender Schilderung seiner Bestei-gung des Mole und der keltisch sprechenden, halb wildenBewohner der dortigen Blockhütten.
45. Pittoreske Ansichten.
Man hatte schon frühe es versucht, topographische Be-schreibungen durch beigefügte Zeichnungen zu unterstützen,oder entbehrlich zu machen; es befanden sich aber diezeichnenden Künstler, wenn sie ungewohnte Gegenstände,Gletscher, Felspartien, Wasserfälle, darstellen sollten, ingleicher Verlegenheit, wie die Schriftsteller, welche keineAusdrücke fanden, um ihre unklaren Anschauungen in Wortezu fassen. Das Sehen und Copiren ist nicht eine rein me-chanische Arbeit; man sieht nur, was man auch geistigerfasst, daher das Bild derselben Person von einem geist-vollen Künstler ganz anders dargestellt wird, als von einemnur technisch gebildeten. Der Sinn für landschaftliche Schön-heit und romantische Scenerie war aber in der Schweiz , wieanderwärts, noch unentwickelt; nur was der Mensch zuseinem Nutzen und Genuss erzeugt hatte, reiche Kornfelder,grosse Gebäude, zierliche Gärten, erschien der Aufmerk-samkeit würdig, die rauhe Natur blieb unbeachtet, oderwurde als etwas Seltsames angestaunt, ln den meisten älterenLandsitzen ist die Oefinung der Gartenpavillons dem Haupt-gebäude, die Mauer der Fernsicht, den Alpen oder demSee, zugekehrt. Fiissli, in seiner Schweiz . Staats- undErdbeschreibung , Val. IV, kann nicht begreifen, dass einZürcherfreund das Thal von Engelberg schön heissen könne,„VFßs findet man da? Nichts als scheussliche Berge, zwi-