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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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FÜNFTES BUCH.

Sene bi er und später M. A. Pictet beobachteten regel-mässig die meteorologischen Instrumente in Genf , und öftersübernahm der letztere die correspondirenden Beobachtungenam Kuss der Gebirge; er unterstützte seinen Freund bei derBestimmung der Temperatur des Genfersees und bei derLösung ähnlicher Aufgaben. Von Scnebier, Pictet undTrembley findet man Arbeiten über Meteorologie im Journ.de Physique und in den Mein, de la Soc. des arls. AuchJ. A. de Luc, obgleich in diesen Jahren von Genf abwe-send, unterliess es nicht, bei allen von seinen Mitbürgern be-handelten Fragen, besonders wenn sie die von ihm frühermit so grosser Ausdauer untersuchte Luftfeuchtigkeit be-trafen, sein Uriheil abzugeben, nicht selten den geäussertenAnsichten enlgegenlretend, oder die erhaltenen Resultate inZweifel ziehend, so z. B. nach der Besteigung des Montblanc,im Journ. de Phys., 1787, worauf eine Antwort von Trein-b le y erfolgte.

Während de Saussurc und de Luc die Physik der F>demit neuen Kntdeckungen und Theorien bereicherten, undauf der, 1772, durch Mailet errichteten Sternwarte auch dieMeteorologie Aufnahme fand, wurden von fleissigen Beob-achtern auch auf anderen Stationen der Schweiz regelmässigeAufzeichnungen der atmosphärischen Zustände und meteorolo-gischen Instrumente, Iheils fortgesetzt, theils neu veranstaltet.Der Eifer, den die (Monomischen Gesellschaften in Bern undanderen Schweizerslädten hiefür erweckt hatten, wurde auf-gefrischt durch den Aufruf des sich dieser Sache ganz hin-gebenden Gotte 1 ) an die Gelehrten aller Länder 2 ), und

') Louis Cotte (17401815) geb. zu Laon , trat in den geistl.Orden de lOratoire und wurde Professor der Philosophie, dannder Theologie am Collegium zu Jlontmorency , später Pfarrerdaselbst. Sein Hauptwerk ist das Tratte de Meteorologie, 1774 ,4°, dem 2 Bände 4°, Memoires sur la Miteorol. 1788, als Supple-ment, nachgefolgt sind. Ausserdem ist er Verf. einer grossen