GEOLOGIE.
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vollen und in grossem Styl gezeichneten, aber öfters be-streitbaren Theorie’n, es war die begeisterte Liebe zu seinerWissenschaft, seine Hingebung an Alle, von denen er sichFörderung derselben versprach, sein strafendes Wort, wo erunberechtigte Ansprüche und eitle Ruhmsucht zu erkennenglaubte, die allen ihm näher Stehenden sein Andenken un-vergesslich erhält. Seine Art zu reisen, allein und ohneGepäck, mit leichter Fussbekleidung, gestattete ihm nicht,schwierige Alpenpässe, Gletscher und höhere Gipfel zu be-suchen; er blieb auf gebahnter Strasse und hätte die Nachteher im Freien, als in einer Sennhütte, oder in einem un-heimlich aussehenden Hause zugebracht; dennoch durfteseiner Zeit, mit Ausnahme von C. Escher, kein Schweizer sich rühmen, sein Land durch eigene Ansicht so genau, wievon Buch, kennen gelernt zu haben.
Wir finden ihn im Anfänge des Jahrhunderts in Neu-chätel, das er, als Freusse, wie eine zweite Heimath be-trachtete. Von hier aus schrieb er, im Nov. 1SOÖ, an seinenberühmten Lehrer zu Freiberg die Zueignung seiner erstengrösseren Arbeit, der Geognostischen Beobachtungen aufReisen, die Reise nach Salzburg , Rom und Neapel ent-haltend. Bald nachher (1802) besuchte er die Auvergne,die ihn noch mehr in dem damals kühnen Gedanken einerengeren Verwandtschaft zwischen Granit und vulcauischenSteinarten bestärkte. Die wichtigen Resultate dieser Reisestehen im 2. Bande des angef. Werkes, der erst 1809 aus-gegeben werden konnte, weil der Verf. inzwischen, 1806,nach Norwegen und dem Nordcap abgereist war. In derSchweiz hatte er seinen Aufenthalt fleissig benutzt: ein grosserTheil unserer Alpen und besonders das Fürstenthum Neuen-burg waren gründlich untersucht worden, so dass er, 1804,bei seiner Abreise, die Stadt Neuchätel mit einer Sammlungvon 216 Stücken aus ihren Gebirgen herstammender Ge-birgsarten, einer zweiten von 35 Stücken aus den Alpen.