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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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BOTANIK .

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vollkommen, die Petrographie zu wenig vorgeschritten, umdiese Bedingungen mit einiger Schärfe, nach Zahl und Mass,ausdrücken zu können, und man hatte es nicht gewagt, dieallgemeinen Gesetze zu bestimmen, wodurch diese Erschei-nungen beherrscht werden. Das Beste, was seiner Zeit hier-über gesagt werden konnte, halte Haller als Einleitungseiner Historia stirpium vorgesetzt. Später war Ramond,in seiner Vergleichung der Pyrenäen mit den Alpen aufdiese Verhältnisse eingegangen. Mit geistvoller Darstellungwurden sie behandelt in den zwei forstwirtschaftlichenWerken von Zschokke : Die Alpenwälder , für Natur-forscher und Forstmänner. 1804- , und Der schweizerischeGebirgsförster, 2 Vol. 1806. In dem letztem werden vierVegetationsstufen festgesetzt, die unterste von 6001000 K.Meereshöhe, die zweite bis 4000 F., oder bis zur obersten Grenzeder Weisstanne, die dritte bis 5000 K., die obere Grenze derRottanne, Arve und Lärche, die vierte bis zur Schneelinie.Die Einteilung ist ziemlich willkürlich und in der Einord-nung der ungefähr 200 Baum - und Gesträucharien in dievier Stufen mag mancher Fehlgriff Vorkommen. Ebel 1 ) setztdie Baumgrenze in die Höhe von 5S00 F., höher wachsenstrauchartige Gewächse, wie Alpenrosen, bis 6500 F., nie-drige Weidenarten und Halbstauden bis 799S F., dann Alpen-pflanzen und Moosarien bis 10,668 F. 2 ), noch höher bunteSteinflechten.

Zuerst in der Schweiz wurde dieser Zweig der Botanikernstlich in Angriff genommen durch Wahlenberg , derdurch ähnliche Untersuchungen in Schweden und Lappland sich verdient gemacht hatte. Zu diesem Zwecke wurden durchihn die früher angeführten Höhenmessungen und Tempera-

) Ebel, Anleit. Art. Alpen.

2 ) Diese auf den Fnss bestimmten Angaben beziehen sich offen-bar auf Messungen von Gipfeln, die ich aber nicht aufzuihidenvermag.