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Ausführliche Nachweisung über den Eisenbahnbau im Grossherzogthum Baden nach dem Stand am 1. Januar 1853 / hrsg. von den Beamten der Grossh. Oberdirection des Wasser- und Strassenbaues
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dreien Seiten mit Felsen umgeben, in der Mitte aber ganz mit den gefährlichen Thonschichten ausgefüllt ist,durch welche der Gang geführt werden mußte.

Da diese Thonmaffen noch ganz und gar mit Wasser durchdrungen waren, die auch durch frühere Ein-senkungen der Gebirgsoberfläche von allen Seiten Zugang fanden, so begann nun hier eine Arbeit, die wohl zuden schwierigsten gerechnet werden muß, welche auf der ganzen Bahnstrecke vorgekommen sind.

Nach Oeffnung eines Richtstollens, der ganz bergmännisch geführt und eingebaut wurde, und nachdemdie beiden Widerlager des künftigen Gewölbes, das dem ganzen Erddruck von oben widerstehen mußte, aufgleiche Weise durchbrochen und bergmännisch eingebaut waren, wurden die Widerlager, welche theilweisewieder auf dem natürlichen Felsen aufgesetzt werden konnten, aus Sandsteinquader aufgeführt. Das ganzeGewölbe wurde sodann, nach der in solchen Fällen üblichen Methode, und nachdem der ganze Stollen erstbergmännisch abgebaut war, ebenfalls aus Sandsteinquader von 4 Fuß Dicke im Scheitel hergestellt.

Zum Abfluß der durchsickernden Wasser in den unterirdischen Gängen wurde in der Mitte derselbennach der Achse ein Graben mit entsprechendem Gefälle in dem Felsenboden eingesprengt, und der Boden selbstfür das Lager der Bahn, 1,5 Fuß tiefer, als der Oberbau dieses selbst erforderte, ausgesprengt, und sofortwieder mit geschlagenen Steinen ausgefüllt; diese Bettung hatte neben dem bewirkten Abzug der Sickerwasserden Zweck: das Lager des Oberbaues geschmeidiger zu machen, und die Nachtheile einer sonst zu starren Ver-bindung des Lagers mit dem Oberbau auf die Fahrzeuge, Maschinen und die Bewegung der Züge überhauptzu beseitigen.

Zur Verhinderung des Absturzes der verwitternden Massen an den Mündungen der unterirdischen Gängewurden die Gewölbe noch über diese hinaus je nach den Lokalitäten mehr oder weniger erstreckt, und mit ent-sprechenden Portalen (Blatt Nr. 18, 19 und 20 der Zeichnungen) versehen, welche gehörig eingedeckt und mitden nöthigen Wasserabzügen angelegt wurden.

Nach den bei den Sprengarbeiten gemachten Aufzeichnungen berechnete sich der Bedarf an Arbeitern undMaterialien, sowie der Kostenaufwand auf die einzelne Kubikruthe ausgeschlagen in folgender Weise:

Arbeiter.

Bohrlöcher.

Schieß-

bedarf.

Oel.

Geschirr-

Reparatur-

Anzahl.

Kostenbetrag.

>

Spren-

ger.

Schutt-

weg-

räumer.

Sum-

me.

Anzahl.

Ge-

sammt-

länge.

Pulver.

Rake-

ten.

Pfund.

Boh-

rer.

Schle-

gel.

Arbei-

ter.

Pul-

ver.

Ra-

keten.

Oel.

Ge-

schirr.

Sum-

me.

Fuß.

Pfd.

Stück.

Stück.

fl.

fl.

fl-

fl-

fl.

fl.

40

10

50

52

136

68

240

5

71

2

67

22

0,5

1,2

4,3

95

wozu noch 5 fl. für die Wegfuhr des Schuttes zugeschlagen werden müssen, so daß die Kubikruthe zu 100 fl.angenommen werden kann.

In dem längsten dieser unterirdischen Gänge kam die Kubikruthe mit Abfuhr des Schuttes auf 115 fl-zu stehen.

Von Efringen bis zum Endpunkte der Bahn bei Haltingen führt der Zug ganz auf dem ebenen Geländedes Schuttlandes des Rheins dahin, die Herstellung des Bahnkörpers ging daher hier auf die leichteste Weisevor sich, und wurde nur erschwert durch die Uebergänge über tiefe Einschnitte, welche die Bäche und Flüssehier von dem höher liegenden Gelände in die Rheinniederung hinab ausgeflözt haben, und die namentlich bei