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und daß es sich somit nicht darum handeln könne, die außerhalb derstrategischen Vertheidigungslinie gelegenen Gegenden dieser Wohlthaten zuberauben, bloß deßwegen, weil die in denselben angelegten Kommunika-tionen im Falle eines feindlichen Angriffes von Außen möglicher Weiseauch unserem Gegner dienen könnten.
Doch wir glauben uns bei den Bedenken, welche etwa in dieserBeziehung geltend gemacht werden möchten, nicht weiter aufhalten zusollen. Die kommerzielle Wichtigkeit fraglicher Linien ist zu einleuchtend,als daß steh die Nothwendigkeit und Zwskmäßigkeit derselben in Fragestellen ließe, und was die Wahrung der militärischen Interessen anbetrifft,so kann denselben dadurch Genüge geleistet werden, daß bei den auf dieschweizerische Gränze auslaufenden Straßen an geeigneten Punkten baulicheVorkehrungen getroffen werden, damit die Verbindungen im Kriegsfallerasch und wirksam unterbrochen werden können.
Weitn die Hauptstraßenzüge des Kantons Graubünden bis jezt haupt-sächlich der Waarendurchfuhr aus der Schweiz und Deutschland nachItalien und umgekehrt gedient haben, so wird sich dieses Verhältniß mitder projektirten Vervollständigung des Straßennezes wesentlich andersgestalten.
Es ist ein allgemein anerkannter Erfahrungssaz, daß gute Straßen-verbindungen im Innern eines Landes der mächtigste Hebel zur Förderungdes Volkswohlstandes sind, indem durch wohlfeilere Konsumtion einerseitsund leichtern Absaz der Landesprodukte anderseits, Handel, Gewerbe undIndustrie gewekt und gehoben werden, sowie auch Land- und Forstwirth-schaft einen größer» Aufschwung nehmen, als wenn der Absaz aus einenengen, lokalen Kreis beschränkt und die Ausfuhr wegen mangelnder odermangelhafter Kommunikationen auf ein Minimum reduzirt ist.
Die wohlthätigen Wirkungen der Straßenverbesserung werden auchim Kanton Graubünden nicht ausbleiben, sondern wahrscheinlich in frap-panterer Weise als sonstwo zu Tage treten. Gegenwärtig sind ganzeGegenden des Kantons Graubünden durch die Scheidemauer seiner Gebirgevon einander getrennt. Das Münsterthal z. B. und zum Theil auchdas Puschlav sind, weil von ihrem Markte, dem Engadin abgeschnitten,genöthigt, ihre Handelsverbindungen im Tvrol und der Lombardei zusuchen.
Diese und andere auf den jezt noch abgeschlossenen Thalschaften desBündnerlandes schwer lastende Uebelstände werden mit der Erstellung desProjektilen Straßennezes verschwinden; die mit der innern Schweiz überdie Qberalp entstehende Verkehrsverbindung, ferner die bei Finstermünzund Täufers in sicherer Aussicht stehenden internationalen Anschlüsse wer-den dem durch ein rationelles Straßennez den wichtigsten Richtungen nachverbundenen Innern des Kantons ebenso viele Quellen des Wohlstandeseröffnen und es wird sich in jenen Gegenden vielleicht in kurzer Zeit diegleiche gewerbliche und kommerzielle Rührigkeit entwikeln, deren sich die