272 Brücke Ludwigs XVI.
lothrcchte Ebenen fallen. Die Enden jehes Hangebandes werden nach Kreisbogenabgerundet, die mit Halbmessern von der Lange des Hangebandes beschrieben sind.Die Hangesaulen werden nach der Breite, in der geneigten Richtung der Hängebänder,welche sie umfassen sollen, eingeschnitten, und oben und unten 6 Linien Spielraum gelassen.Die Zapfenlöcher werden im Boden nach der Krümmung der Enden der Hangebander hohlgearbeitet. Diejenigen, welche auf die Mitte eines Hangebands treffen, gehen durch dieganze Breite der Hangesäule; die andern sind oben nur i Zoll tief, und die innern Seitenderselben stehen rcchtwinklicht auf einander. Alle diese Hangesänlen umfassen die Hänge-bander ganz genau, so daß bei der Bearbeitung sogar auf die dünnen Stellen und auf dieWahnkanten Rücksicht genommen wird. Die Krümmung der Bogen endlich wird durchFutter oder Knaggen hervorgebracht, welche auf die dritte Reihe Hangebander mit hölzernenNageln genagelt werden.
171. Um versichert sein zu können, daß die Curven ihre richtige Stellung erhalten, wer-den auf jede derselben, wenn sie auf dem Zimmerplatze abgebunden liegt, mehrere Linien senk-recht auf ihre Grundlinie gezogen, und man kann überzeugt sein, daß alles richtig stehe,wenn die auf den Hangcbandern gemachten zusammengehörigen Zeichen in eine lothrcchteLinie fallen. Die Curven werden unter einander durch die Zangen und Riegelhölzer, derenin §. 50. Erwähnung geschehen, mit einander verbunden. Diese Zangen umfassen dieHangesaulen ganz genau, und werden mit denselben, wie vorher beschrieben, verbolzt.Die Niegelhölzer werden um ihre halbe Starke über die Hangesaulen geschnitten und andieselben genagelt; auch werden, damit die Curven sich nicht verwerfen können, Srrebe-bander dazwischen gebracht, alles so, wie es schon im gegenwärtigen Entwurf beschriebenworden, wobei zu merken ist, daß die letztem oberhalb Klauen erhalten und gut angezogenund festgenagelt werden müssen.
172. Die Schalhölzer kommen, wie schon gesagt, unter die Mitten der Gewölbstein-schichten zu liegen, und werden nur immer, so wie das Versetzen fortgeht, aufgelegt, da-mit die Fugen der Wölbsteine mit Werk zugestopft werden können. Sie kommen auf starkeKeile zu liegen, jedoch so, daß oberhalb noch etwa 2 Zoll für die Keile der SteinmetzenZwischenraum bleibt.
17z. Nachdem alles Holz zu den Curven bearbeitet, die Pfähle, wodurch siein der Mitte unterstützt werden sollen, eingerammt, die Gerüste und Nothbrücken ange-legt, auch die nöthigen Vorrärhe von Schalholz und Eisen, ferner Schiffe, Kloben, Hebe-gerüste, Flaschenzüge und Böcke von verschiedenen Höhen angeschafft worden, werden dieuntersten Reihen Hängebänder, und nach und nach die beiden obern Reihen, in die Höheund eingebracht, indem die doppelten Hangesaulen zugleich mit eingesetzt und verbolzt wer-den, so wie das Richten der z Lehrbogen fortschreitet. Dies muß aber so schnell als mög-lich geschehen, damit sie in einem Jahre und zeitig genug fertig werden, zu welchem Endein jedem einzelnen Bogen eine Anzahl Zimmerleute angestellt wird, welche die mit denEnden auf einander treffenden Curven zugleich richten, damit dieselben nach entgegengesetz-ten Richtungen mit gleichcrKraft auf einander wirken, und so kein ungleicherSchub auf dieMittelpfeiler entstehe, deren geringe Stärke eine solche Vorsicht wohl nothwendig macht.
174. Da es nöthig sein wird, die Schifffahrt attf so lange zu Unterbrechen, als dasRichten der Lehrbogen dauert, so muß dies letztere in möglichst kurzer Zeit, und höchstens
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