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des Wassers und vor allem der mächtige Prost, der seineMillionen Keile fort und fort in jede Ritze des Felsen-körpers treibt und Korn um Korn, Blättchen um Blätt -°hen löst, oder in grösseren Rissen und Fügen sich mitunwiderstehlicher Kraft dehnt, bis das Gestein gesprengtist und sturzfrei wird.“ 1 )
Die Fortschritte der Verwitterung sind übrigens beiein und demselben Gestein sehr verschieden je nach derHöhe und Exposition. Keine Region erleidet eine sostarke Zertrümmerung als die 1000 m. breite Zone unter-halb der Schneegrenze, d. h. diejenige, in welcher dashammelgebiet der meisten Wildbäche liegt. „In keinersagt Mousson 2 ) — wird von den höheren Schnee-feldern her eine so beständige Feuchtigkeit unterhalten,111 keiner fehlt es so sehr an einer schützenden Be-kleidung von Schnee oder Vegetation, in keiner wechselthie Temperatur so oft über und unter dem Eispunkte.“Den Einfluss der Oertlichkeit beweist jeder Kirch-turm, der seine leicht kenntliche Wetterseite hat, anWelche Wind und atmosphärische Niederschläge heftigAnschlägen. 3 ) Wo diese Wetterseite zugleich die Süd-s eite ist, liegen die Verhältnisse besonders ungünstig.Hie fast senkrecht auf die Berglehne fallenden Sonnen-strahlen, der unmittelbar gegen sie andrängende Südnehmen an vielen Stellen schon in den Frühlingstagen,' v ’° kei den Schwankungen der Temperatur um 0° diestärkste Auflockerung stattfindet, die schützende Schnee-ec ke an vielen Stellen fort und erleichtern das Ein-igen des Nachtfrostes. Da nun auch der Regen
Tschudi „Jahrbuch des Schweizer Alpen-Club .“ 1864.!■> pag. 469.
) Mousson „Die Gletscher der Jetztzeit.“ Zürich , 1854,Pag. 53.
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