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Die Wildbäche der Alpen : eine Darstellung ihrer Ursachen, Verheerungen und Bekämpfung als Beitrag zur physischen Geographie / von F.W. Paul Lehrmann
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Auf diesen nach dem Ausdruck der Schweizer Ingenieureclassischen Boden für die Wildbäche, indie Departements der Hautes und Basses Alpes , denendie Alpes maritimes ebenbürtig zur Seite stehen, wollenwir uns im Geiste versetzen.

Die versengende Hitze der regenarmen Sommervereint sich hier mit den Regenfluthen des Herbstes(oder einzelner Gewitterschauer) zu dem Werke der Zer-störung. Seit dem 11. Jahrhundert bis zum Anfängedes jetzigen sind neunmal durch anhaltende Dürre,sechszehnmal durch grosse Regenfluthen fürchterlicheKrisen für die Thäler der Alpes maritimes herauf-beschworen. 1 ) Foderö berichtet, dass das Jahr 1803,wo er in Nizza 93 Regentage zählte, für aussergewöhn-lich regnerisch gelten müsse, und dass durchschnittlichvon 56 Regentagen nur 4 auf den Sommer kämen. 2 )In den Thälern der Hautes Alpes fiel im Jahre 1807nur an 17 Tagen Regen (Surell). Der October bringtdurchschnittlich so viel Niederschläge, als die dreiMonate Juli, August und September zusammengenommen(Tabellen im Anhang zu Cözanne) und nimmt densonnenverbrannten, kahlen Bergen die letztjährigen Pro-ducte der schnell arbeitenden Verwitterung. Diedunkeln, leicht verwitternden Kalkschiefer, welche vonEmbrun abwärts das rechte Ufer der Durance begleiten,verglich Elie de Baumont mit halbverbranntem Holz;die Bewohner des Alpes maritimes sagten dem Eoder6 s )(besonders bei den eisenhaltigen Schichten des Kalk-gebirges) que le soleil fait fondre leurs montagnes.

9 Nach den Aufzeichnungen, die ködere an Ort und Stellesammelte, siehe ködereVoyage aux Alpes maritimes, 2 Bde.Paris 1821. Bd. I. p. 308 folg.

2 ) GriesebachVegetation der Erde, I. pag. 251 giebt 6 an.

3 ) Voyage Bd. I. pag. 101.