Buch 
Die Berichte der Expertencommissionen über die Ursachen und den Betrag des durch die Ueberschwemmungen in Jahr 1868 in den Cantonen Uri, St. Gallen, Graubünden, Tessin und Wallis angerichteten Schadens
Entstehung
Seite
73
JPEG-Download
 

73

Seitenthälern hervorbrechen nnd die bei ihrer Ausmünduug durch AnHäufung großer Schnttkcgel sehr viele Stauungen des Flusses verur-sachen.

Die Chronik von Misoeco zählt viele Überschwemmungen auf, vontvelchen als die bedeutendsten genannt werden die aus den Jahren 1700,1820' 1834, 1846. Die Beschädigung der Mocsa im Jahr 1868 er-scheint als unbedeutend im Vergleiche mit den frühern, wo das Thalaußerordentlich gelitten hat, nnd im Vergleiche mit den Verheerungen,welche der Rhein, die Rhone, der Tessin und andere Flüsse in diesemJahre verursacht haben.

In der zweiten Hälfte des Monats September wurden starke Re-gengüsse mit nur kurzer Unterbrechung beobachtet, welche sich in der Nachtvvm 27. zu wahren Wolkenbrüchen steigerten. Nach Mitternacht ertöntenin einigen Ortschaften die Sturmglocken, die Bewohner wurden ausdem Schlafe geschreckt und flüchtete» aus vielen Wohnungen. Sämmt-liche Beschädigungen au Land, Wuhre» und Straßen im Thäte datirenaus dieser Nacht, glücklicherweise erwies sich der Schaden am Morgenkleiner, als die bestandene Furcht vermuthen ließ. Am Morgen des 28.»ahm das Wasser ab, der Regen dauerte aber an den folgenden Tagenmit wenig Unterbrechung fort und am 4. Oktober wuchsen die Moesa»nd ihre Nebenflüsse wieder nahezu auf die Höhe von, 27. September.Mit dein 4. Oktober war die Gefahr vorüber und das Wasser sank vonnun an rasch und stetig.

Ueber den Eintritt, die Dauer, den Verlauf des Regens, sowieüber die großen und gefährlichen Regengüsse am 27. September und4. Oktober stimmen die Beobachtungen der Bewohner des RheinwaldesUnd des Calanea-Thales mit denjenigen von Misveeo überein; es läßtsich aber aus der Verglcichung der Verheerungen diesseits nnd jenseitsder Berge schließen, daß die Gewitter, welche am Rheinwaldhorn ihrCentrum gehabt habe» mögen, in ihrer östlichen Verzweigung mit gemin-derter Heftigkeit aufgetreten sind. Einige wollen den Grund der Min-derbeschädignng der Moesa in der Bewaldung finden, welche in denletzten 2 Dezennien im Thale von Misoeeo Fortschritte gemacht hat.UN Misoeco und Ealanca wurde in den Gcwittertagen vom SeptemberUnd Oktober kein Hagel beobachtet.

1. Gemeinde M isocco. l 204 Seelen , GemeindcgutFr. 175,000. Die Moesa trat in der Nacht vvm 27./28. Septemberüber ihre Ufer, beschädigte die Vernhardinerstraße und die Brücke bei^t. Bernhardino, bedeckte die Straße dieses kleinen Ortes mit GeschiebeUnd zerstörte einige Anlagen der Uurhäuser.