Beschreibung des Hafens von Nieuven-Diep. 397
Fluth gelegt wurde. Der Hafen aa ward demnach aufder westlichen Seite vom Lande und auf der östlichen vondem Leitdamme eingeschlossen, der ihn von dem Zuidwaaltrennt. Den Leitdamm führte man aus Sinkstücken auf,von denen die untersten bis zu 3 Fuß unter der ordinairenEbbe eine Breite von 72 Fuß, die andern aber bis zu 3Fuß unter der ordinairen Fluth eine immer geringere Breiteerhielten, damit der Damm von 3 Fuß unter der ordinai-ren Ebbe bis zu 3 Fuß unter der ordinairen Fluth aus bei-den Seiten eine einfüßige Böschung erhalte. Darüber schüt-tete man Ziegelschutt und legte dergestalt eine Lage Buschdarauf, daß die Oberflache des Dammes eine Wölbung er-hielt, die man der Lange nach auf zwei Fuß Abstand mitVerzaunungen versah, zwischen welche man wiederum Zie-gelschutt schüttete und alsdann große Steine regelmäßigdarauf setzte. Der Fangdamm hingegen besteht aus Pfahl-wänden, die man mit Buschwerk und Ziegelschutt ausfüllteund das Ganze alsdann mit gesprengten Steinen, die manaus Norwegen hergebracht hatte, regelmäßig deckte. ImJahre 1782 war der Leit- und Fangdamm vollendet unddie Gewalt des Ebbestroms im Nieuven-Diep so vergrö-ßert, daß das Bett der Mündung sehr bald um 1 bis 14Fuß tiefer wurde. Man kam außerdem einer schnellerenVertiefung noch durch Ausbaggerung zu Hülfe, welche demneuen Hafen auf eine Lange von 2040 Fuß und eine Breitevon 120 Fuß eine Tiefe von 18 Amsterdamer Fuß unterder niedrigsten Ebbe gab. Um aber die Schiffe gegen Eis-gang zu sichern und dem Strome eine zweckmäßige Bahnzu geben, hielt man es für nöthig, noch einen Leitdammaus der sogenannten Schooter-Vlakte zubauen, welchereben so construirt wurde als der Fangdamm. An der Wur-zel erhielt er gleiche Höhe mit dem Terrain und an derSpitze wurde er der ordinairen Fluth gleich gelegt. Allediese Werke hatten den erwünschtesten Erfolg und die Ver-tiefung des Nieuven-Dieps nahm bedeutend zu, als seinProfil durch den Bau zweier Anlegehöfter im Jahre 1784Gudme Wasserbaukunst. III. 26