ÄrPARATE ZUR HIMMELSPHOTOGRAPHIE. 845
grapliie, da die Gelatineplatten viel empfindlicher sind,also eine viel kürzere Belichtung erfordern, als alleanderen, da ferner die Structur gar nicht in Betrachtkommt, folglich die Bilder viel feiner werden und heigleicher Schärfe eine viel stärkere Vcrgrösserung alsCollodiumhilder vertragen. Sehr angenehm und bequemist es dabei, dass man die fertige Emulsion im Handelbekommt und mit ihr weiter nichts zu thun hat, als sieetwas in Wasser zu erwärmen, die aufgelöste Gelatine-emulsion auf die Platte zu giessen, erstarren zu lassenund dann zu exponircn*). Zu beachten ist es aber, dassdas hei der photographischen Operation gebräuchlichegelbe lacht hier nicht ausreicht, da man bei seiner An-wendung verschleierte Bilder bekommt. Man muss eindunkles rothes Licht und äusserst lichtdichte Casetten inAnwendung bringen, falls man gute Resultate erzielen will.
Den ersten Rang unter den vielen verschiedenenEmulsionen nimmt die ein, welche von Prof.H. W. Vogelin Berlin erfunden wurde. Sie ist die lichtempfindlichsteund arbeitet am sichersten**).
Trotz der Bequemlichkeit dieser Trockenplatten unddes Emulsionsverfahrens, glaubeich doch, dass heute nochkein Astronom eine Expedition mitzumachen geneigt sei,ohne als Reservemittel sein Collodium nebst Zubehörmitzunehmen; denn wenn auch alles versagen sollte, sowird das Collodiumverfahren doch seinen Dienst verrichten.
*) Ein jeder Astronom wird aber besser thun, aus einersehr verlässlichen Quelle fertige Platten zu beziehen, da dasPräpariren dieser doch sehr viel Hebung bedarf, und ausserdemsehr zeitraubend ist.
**) In neuester Zeit wurde eiue vorzügliche Emulsion vonI)r. van Monkhowen in Gent (Belgien ) geliefert, welcher aberleider während dem Erscheinen dieses Buches in seinem bestenAlter von 48 Jahren entschlief!