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die Streben I, welche unten auf der Ouerschwelle rr und oben in die Langschwclle v eingesetzt sind, und auf jederdritten Ouerschwelle vorkommen. Diese Vorrichtung verhindert gewiß das Anschlingen der Räder aus dem Geleise,selbst wenn eine Schiene losgeworden oder zerbrochen sein sollte.
Die untere Breite der Einschnitte wird gewöhnlich nicht großer gemacht, als es die Bahn und die Seiten-graben erfordern. Liegen die Einschnitte in gutem Erdreich und haben sie etwas Gefalle, so wird das Rcgenwafferabstießen und die Bahn trocken und fest bleiben. Hat die Bahn in den Einschnitten aber nur wenig oder garkein Gefalle, so werden diese in Canäle voll Wasser verwandelt, und man hat im Winter mit Eis, Schnee undWasser und im Sommer mit Platzregen stets zu kämpfen. Kommt noch dazu schlechtes Erdreich, als Sand, Lehm,Thon, wo Abrutschungen stattfinden, und Frost, Siegen und Sonnenhitze ganze Theile losreißen, so kann es vor-kommen, daß der Einschnitt impraktikabel wird.
Tiefe Einschnitte müssen deßhalb, selbst dann, wenn sie in der Oberfläche der Bahn horizontal liegen,gehörig breite und tiefe Entwässerungsgräben mit hinreichendem Gefälle crbaltcn, die nach dem bequemsten Ortehin soviel Fall als möglich haben. Außerdem ist es gut, in leicht zerstörbarem Erdreich zwischen den Böschungenund den Seitengräben noch Bermen von 3 bis 5' Breite stehen zu lassen. Hr. Robert Stephenson und einigeandere englische Ingenieure sind derselben Meinung und haben allenthalben für äußere und innere Entwässerunggesorgt, besonders aber in horizontalen Bahntheilen, welcke in Einschnitte fallen. Aus diesem Grunde legt manauch oberhalb der Einschnittsböschungen, wenn das natürliche Terrain hier nicht in entgegengesetzter Richtung, erwanach ek hin, sich abwärts neigt, 4 bis 5' breite Entwässerungsgräben von t bis 2' Tiefe an, damit nicht mehrRegenwasscr,c. in die Einschnitte dringen könne, als das aus den Wolken unmittelbar einfallende.
2. ^ zeigt den oberen Entwässerungsgraben mit den Böschungen b und e, welcher mehr als Mulde
erscheint. » ist der untere Entwässerungsgraben mit der Berme o (in hohen Einschnitten) unterhalb am Fuße derBöschung a.
In meiner Section der rheinischen Eisenbahn zwischen Aachen und der belgischen Grenze ist von Aachen biszum Göhlback Flotzgebirge, worin Sand, Thon, Kalksteinlager, Sandsteinlagcr, Quellsand und Versteinerungen vonHolz, Musckellagcr rc. abwechseln. Hier erscheint eine Berme in den hohen beinahe oder ganz horizontalen Ein-schnitten höchst nöthig, weil die weichern Schichten viel Qucllwasscr in diese Einschnitte führen und so die Böschungendurchlöchern, wie sich dies schon während der Arbeit nach jedem Regen und Thauwettcr zeigt.
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o) Bearbeitung der Dämme und Einschnitte durch Menschen mittelst Schubkarren, desgleichendurch zwcirädrige Karren, durch Pferde mit Erdtransportwagcn, und durch Locomotiven und Erd-transportwagcn auf provisorischen Schienen und durch Pferde mit gewöhnlichen zwcirädrige»Kippkarren. Einschnitte und Dämme müssen immer gleichzeitig bearbeitet werden, weil man gewöhnlich letztereaus erstem macht. Nur in dem Falle, wo der überflüssige Boden von der Seite ausgesetzt und der fehlende vonder Seite entnommen wird, sind Ab- und Aufträge nicht so abhängig von einander. In sehr tiefen Einschnitten,wo viel überflüssiger Boden liegt, den man nicht zu den Dämmen braucht, thut man wohl, eine genaue Berechnunganzustellen, von welcher Seite aus, unter welcher Steigung, auf welcke Entfernung und zu welcher Tiefe man denübrigen Boden am wohlfeilsten wegncbmen könne, wobei der Werth der Grundstücke, welche man zur Ablagerungbedarf, mit in Rechnung kommen muß, so wie der Gebrauch, welchen man nack Eröffnung der Eisenbahn davonmachen könne. (Man sehe die Erdvertbcilungsprofile). Ist dann der übrige Boden von der Seite abgelagert, soist es bequemer, den untern Theil der Einschnitte in die zugehörigen Dämme einzubauen. Nur in dem Falle, woschlechter Torfgrund, Thon, Braunkohlen und andere Materialien, die stets schleckte Dämme geben, in der Liefeliegen sollten, thut man besser, die obern guten Schichten zum Damm zu verwenden, und die untern schlecktenan der Seite abzulagern.
Da wo Abträge und Aufträge wechseln, oder beide — Null werden, wird am vortheilhaftesten mit Men-schen und Schubkarren gearbeitet, so wie allenthalben, wo die Transportsweite nickt größer als 50 bis 7M ist.Sollen die Arbeiter wirklich mit Nutzen arbeiten, so müssen auf jede Ruthe der Arbcirfronte nicht mehr als 3 oder4 Mann zur Förderung und zum Transport angelegt werden; weil sie sich sonst hindern.
Die Preise der Förderung und der Transporte, so wie der Zusätze in engen und tiefen Fundamenten undfür Steigung werden nach den landesüblichen Tagelöbnen, den Bodenarten und der Zeit des Losarbeirens, desBohrens im Felsen, nach der Pulvermenge beim Sprengen der Steine, der Zeit des Auf- und Abladens und derGeschwindigkeit des Transportes durch Menschen, Pferde und Maschinen bestimmt. Folgende Tabellen nebst Er-läuterungen werden dies deutlicher machen: