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Daß auf größere Entfernungen und bei höheren Löhnen verhältnismäßig weniger bezahlt werden muß, rübrtdaher, weil ein Mal nur eine gewisse Anzahl Pferde und Mannschaften arbeiten können, wenn täglich anf jedeEntfernung gleichviel Boden weggeschafft werden soll, und weil in dem Fall großer Entfernungen auch immer mehrals 2000 bis 3000 Schachtruthcn aus demselben Abtrage ;n entncbmcn sind, das Legen, Unterhalten und Abnutzender provisorischen Bahnen daher auch anf eine größere Schachtrutbcuzahl zu vcrtbcilcn ist. Im Allgemeinen ent-hält diese Tabelle viel höhere Transportpreise zum Anschlagen, als der Transport bei der Ausführung wirklich kostenwird; aber es ist gut, diese Preise anzunehmen, um für alle Fälle gesichert zu sein, besonders, wenn der Bau sehrschnell betrieben werden soll.

In den Preisen der obigen Tabelle ist das Abladen und Vertheilen des Bodens, das Treiben der Pferde,das Rcguliren der Böschungen an den Dämmen, Nachhülfe bei den Schienen rc. mitbcgriffcn; Wagen, Utensilien,Gcräthe rc. ebenfalls.

Die Lage einer Eisenbahnlinie müßte auch sehr schlecht gewählt sein, wenn Transporte von mebr als 1000^Länge vorkommen sollten; nur können Kies, Steine, grober Sand rc. zum Unterlagen! der Qucrschwcllen oderüberhaupt zum Oberbau, zu Wcgcübcrgäugcn im Planum, Bruchsteine und Mauersand zu Brücken rc. auf größereEntfernungen herbeigeschafft werden. Wenn die Grundstücke selbst im höchsten Preise stehen sollten, wird eS immernoch besser sein, den Boden an der Seite abzulagern, wo er übrig ist, und von der Seite zu entnehmen, wo erfehlt, als einen Transport von mehr als 1000 Ruthen mit Pferden vorzunehmen. Eine Ausnahme von dieser Regelkönnte nur bei Eisenbahnen durch flache Meerbusen, durck große Sümpfe und wasserreiche Ebenen stattfinden, woman in einer Tiefe von 1 bis 2 Fuß schon Grundwasscr antrifft; wie dies bei der rheinischen Eisenbahn zwi-schen der Nocrbrücke und der Station zu Türm der Fall ist rc. Mit Lokomotiven kann die Transportlängc größersein, besonders, wenn permanente Einbaugerüstc angewendet werden.

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Herr G. W. Bnck, Scctions-Jngenieur der londvn-birminghamcr Eisenbahn, sagt über den Transport aufprovisorischen Schienen:

Der Boden in der Gegend von Watford ist Kies und Kalk, auch Kies, Sand und einiger Thon, deßhalbsehr günstig für Einschnitte. Die größte Tiefe des Einschnittes bei Watford ist ä2ft die Höhe des Auftrages -15Jund mehr als )30 Ruthen lang. Dieser Einschnitt ist an zwei Unternehmer verdungen, welche in zwei Jahrenfertig sein müssen. Es wird mit 80 Mann bei Tage und mit 80 Mann bei Nacht gearbeitet, und zwar jedeSchicht (Arbeitsabthcilung) zu 10 Arbcits- und 2 Ruhestunden gerechnet."

Der Damm bei Watfort ist jetzt 32^ hoch und erhält doppelte Anlage zu Böschungen, weil aber dieBöschung 1 oder 1',( füßig stehen bleibt wegen des guten Bodens, so machen wir den Damm oben breiter undhaben 6 Abladeplätze am äussersten Ende des Dammes (Spitze oder Kopf). Wäbrend des ganzen Jahres könnenwöchentlich nur 5 Arbeitstage gerechnet werden. Hat der Damm nicht mehr als die obere Bahubrcitc (33 eng-lische Fuß), so können nur 4 Abladeplätze gleichzeitig bestehen. Der Eubicyard kostet die Unternehmer bei 160Ruthen Transportweitc Pcnce ohne das Arbcitsgeräth, Werkzeuge, Wagen rc.; nämlich: Förderung inclusiveAufladen 5 Pcnce, der Transport "s, Pence, das Unterhalten der Fahrbahn '( Pcnce, die Rcgulirnng der Böschun-gen und das Rascnsteckei, Pcnce, das Trciberlohn '/^ Pence, das Schmieren der Wagen Pence, zusammen 6^Pence. Wenige Arbeiter erhalten weniger als 3 Scbillinge (1 Rthlr.) täglich, welchen Preis icb zugegeben habe.Landleute erhalten ä oder 5 Pcnce täglich weniger, dafür müssen sich alle Arbeiter Hacken und Scbaufcln selbstanschaffen. Ich glaube, die Wagen, Schubkarren, Fahrdielen, Schienen, Stühle, Querschwellen rc. verursachen aufdie Entfernung von 160^ 2 Pcnce anf den Eubicyard. Auf einer provisorischen Eisenbahn muß 1 Pence für Zug-kraft und die Treiber für jegliche englische Meile (ä27'/z Ruthen ) zugesetzt werden und Pence für Unterhaltungder Fahrbahnen. 2 und zuweilen 3 Pferde ziehen den Boden aus dem Einschnitt nach dem Damme . '/^ Pencemuß noch für das Placken der Böschungen mit Dammerde oder Belegen mit Rasen gerechnet werden; so daßnun der Eubicyard auf 9 Pence zu stehen kommt. Ich glaube, daß ein Damm von 1280 Rutben aus Kies oderSand nicht weniger als 1 Schilling pro Eubicyard kosten werde, in Thon noch mehr. Größere Contractc erscheinenmir vorthcilhastcr, als kleinere, weil kleine Unternehmer (Schachtmcister) davonlaufen, sobald die gute Arbeit fertigund bezahlt ist, so daß die schlechte übrig bleibt, und späterhin sehr theuer bezahlt werden muß. Die Armen vonHemel-Hemstcad sollten für 9 Pence pro Eubicyard auf 300 Aards einen Einschnitt wegschaffen, aber sie arbei-teten nur wenige Tage und liefen davon *)."

-) 15ie ähnliche Erfahrung machte ich inr Einschnitte am Tunnel des Aachener Busches mit Arrestanten, welche zur Zeit, wo diegewöhnlichen Arbeiter auf l2 Sgr. pro Tag verdienten, nur 5 bis 6 Sgr. verdienen konnten; sie wurden deßhalb wieder abgeschafft,hauptsächlich, weil die Anstalt dabei nicht ihre Rechnung fand, da ich für die Schachtruthe nicht mehr bezahlen konnte, als die andernArbeiter erhielten. sAnmelkung des Uebcrsetzcrs).