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In Belgien denkl man jetzt schon ernstlich daran, den Nachtdienst für die Güter und solche Personen zuorganisiren, denen es mehr um die Wohlseilheit der Preise, als die sehr schnelle Reise zu thun ist. Ein solcherNachtdienst würde bei allen Bahnen eine längere Zeit die Doppelbahncn ersparen lassen, bis dabin, wo der Ver-kehr über alle Maßen groß wird.
8. 76.
Die Bonn-Cölner Eisenbahn.
(Aus dem Cölner allgem. Handelsorgan vom 15. September 1810.)
ES ist von dieser Bahn schon öfter in diesen Blättern bemerkt worden, daß sie eine der bestrentirenden amganzen Rheine werden dürfte. Solcher Bahnen wird es überhaupt nur drei im Rheinthale geben:
L) Von Mainz nach Frankfurt oder die Taunusbahn;b) die Bonu-Cölner oder die kölnische Vorgcbirgsbahn;e) die C ö l n-D ü sse ld o r fe r oder Cöln-Bergische Bahn.
Alle drei haben gleich günstiges Terrain, daher wohlfeilen Bau, eine große Frequenz und folglich ein sicheres,die Mühe und den Patriotismus der Begründer lohnendes Einkommen zu erwarten.
Da die Generalversammlung der Actionäre der Bonn -Cölner Bahn am 21. d. M. Statt finden wird,
so glauben wir eine nicht ganz unfruchtbare Arbeit zu unternehmen, wenn wir diese Bahn, so weit es unS vordem Beginn der Arbeiten, aber nach eigener Anschauung des Terrains und mit einiger Kenntniß aller Verhält-nisse möglich ist, unpartheiisch beleuchten. Die Richtung der Bahn geht von Cöln (wahrscheinlich am Wcicr-thor) auö bis hinter Klettenburg, westlich bei Neuhof, von wo eine Zweigbahn bei Subbclrath sich derCöln-Belgischen Bahn anschließen soll; von Klettenburg über Kalsch euren nach dem lieblichen Brühl , wonahe östlich am Schlosse eine Station sein wird; dann zwischen Sechtem und Dickopshof vorbei, in welcherGegend wahrscheinlich für die vielen Ortschaften am Vorgebirge ein Anfnahmcplatz angelegt werden wird, in diereizende Gegend von Boruheim uudMoisdorf, bekannt wegen seiner heilsamen Mineralquellen, und von
hier endlich am Tanncnwäldchen hin nach Bonn an's Cölner Thor und bis zum Rhein . Wir glauben uns
nicht zu irren, wenn wir annehmen, daß sie späterhin Verlängerungen nach GodeSbcrg und Rolandseck erhaltenwerde, welche ihr eben so einträglich sein dürsten, als der Taunusbahn die Verlängerungen von Castel nachWiesbaden , Bieberich rc.
Von Cöln aus muß die Bahn ihren höchsten Punkt etwa bei Fischen ich am Wielerbach erreichenund sich auf der Höhe erhalten bis zum Gelerbach bei Sechtem , von wo auö sie etwas fallend und dannbeinahe horizontal nach Bonn läuft. — Die Steigungsverhältnisse sind sehr günstig und nirgend unterWir sind aber, gemäß der neuesten Erfahrungen über die Wirkung der Locomotivcn in England, derMeinung, daß die Baukosten bedeutend ermäßigt werden können, wenn man kurze Strecken (wie es allenthalbenin Amerika geschieht) dem natürlichen Terrain so anpaßt, daß auch steilere Theile der Bahn, z. B. oderVzzg vorkommen. Viele Dämme und Einschnitte können bei einer solchen Anordnung auf das Minimum reducirtwerden, ohne dem Betriebe zu schaden. Dazu kommt noch, daß hier, außer dem Hürthcrbach, dem Wielerbach,dem Bäcbelchen bei Brühl , dem Gelerbach und dem Rheiudorferbach und einigen Wassersammlungeu bei derRegenzeit, keine Gewässer und Schluchten zu überbrücken sind, und in dieser Beziehung ist also die Bonn -CölnerBahn die günstigste von den drei Bahnen am Rhein , denn die TaunuSbahn hat einige bedeutende Brücken beiHöchst und Hattcrsheim, und für die Cöln-Düsseldorser sind, außer der Hauptbrücke über die Wupper , allenthal-ben über die bedeutenden Bäche größere Brücken zu erbauen.
Das ursprüngliche Actiencapital war 650,000 Thaler für eine Bahnstrecke von circa 5 deutschen Mei-len, incl. der Zweigbahn an die Eöln-Antwerpencr Bahn, also offenbar zu wenig. In der letzten Zeit ist diesesCapital noch um ein Namhaftes erhöht worden und wird vielleicht noch mehr erhöht werden (wie dies in derletzten Generalversammlung der Actionäre der Düsseldorf -Elberfelder Bahn geschehen ist), um sicher zu sein, daßspäter keine Nachforderungen mehr nöthig werden. Es ist als ziemlich gewiß anzunehmen, daß bei dem günstigen