184
herab als ciir böser Genius in die Welt schleuderte, endlich einen großen Schritt zur Vollendung der Eisenbahnenthun zu wollen. Wer mochte ihm, nach dem Vorhergegangenen, auch nur den geringsten Glauben schenken?Ihm schien mehr an der Befestigung von Paris , an der Bewaffnung Frankreichs gegen die friedfertigen Deutschen und an der Begünstigung oder der Freundschaft eines seinem Herrn abtrünnigen Paschas zu liegen, als an derBeförderung und Erleichterung des innern Verkehrs seines Vaterlandes, dem er es für lange Zeit unmöglichmachte, seine Kräfte an diesen so wichtigen Hebel der Industrie und der Volkswohlfahrt zu wenden. DieS tra ß b nrg-B aseler Bahn macht hiervon, aus gewichtigem politischem Grunde, eine Ausnahme, und siewird mit großer Thätigkeit zur Vollendung gebracht, unterstützt von der Regierung. Fast möchte es scheinen,als ob er sein ganzes System auf Vernichtung sämmtlicher Eisenbahnen dcS Comments berechnet hatte, umEngland im alleinigen Besitz derselben zu belassen. Wünschen wir uns Glück, daß bis jetzt unsere im Bau be-griffenen Eisenbahnen durch den Gallischen Stoßwind nickt gefährdet wurden, und daß wir Teutschen dock end-lich ein Mal den Franzosen in industrieller Beziehung den Vorrang ablausen.
8- 81.
Drehscheiben für Eisenbahnen ans Eisenbahnschienen und Schmiedeeisen.
Im Bahnhöfe der rheinischen Eisenbahn zu Cölu sieht man jetzt eine Drehscheibe ganz ans Eisenbahn-schienen und-Schmiedeeisen construirt, wodurch endlich deutsche Industrie ein Mal den Sieg über die Anglomanierernngcn hak.
Diese Drehscheiben haben den Vortheil der Leichtigkeit, der bequemen Bewegung und der Wohlfeilhcit fürsich. ( 750 Thaler statt 1200 Thaler für die gußeisernen nach englischem Modelle. ) Wie man vernimmt, solles viele Mühe gekostet haben, das bestehende Vornrthcil zu Gunsten der englischen Drehscheiben zu beseitigen,welches besonders durch Vorzeigung eines Modelles geschehen sein möchte.
Da wir nach Einsicht der fertigen Drehscheibe die Ueberzeugung gewonnen haben, daß dieselbe Nachahmungund Beachtung von Seiten der verehelichen Eisenbahndircctionen verdiene, so haben wir hier Taf. 18 eine Zeich-nung derselben entworfen, und es soll die spceicllc Beschreibung hier folgen.
^ ^"m^nch nbei eet H-ig 2. j Dieselben Buchstaben bedeuten in allen Figuren dieselben
Ftg. 2. Durch,chn.tt nach Ob der F.g. 1. der Drehscheibe
Fig. 3. Grundriß in der Höhe 01) der Fig. 2. j ' '
tt ein Kreuzkamm von Schienen, so wie sie bei der rheinischen Eisenbahn angewendet werden; r r derDurchschnitt in der Mitte des Kreuzkammes; pxi, 88, «> c, ein Gehäuse aus zwei starken Scheiben, durch -1Schraubenbolzen zusammengehalten, um den Kreuzkamm völlig zu sickern.
An der obern Platte pist zugleich eine Pfanne befestigt, worin sich der Pivot bewegt. Die Pfannehat in dem obern Theile II eine Messingplatte oder Gußcisenplatte, welche durch den Doppelkcil n höher oderniedriger gestellt wird; der Doppelkeil selbst wird aber, damit er sich nicht verschieben kann, durch kleine Vor-steckcisen zusammengehalten.
Der Pivot I< ist wieder durch das Gehäuse v e, ii ähnlich dem untern mit der eigentlichen Drehscheibeverbunden. In dem Gehäuse oe, U ist das Kreuz der Schienen kk wieder im Krcuzkamm festgehalten, und esträgt das Doppelkreuz t'lch k'DH ebenfalls auö Eisenbahnschienen bestehend, wodurch der Bohlenbcleg >i b 1> be-festigt ist. au sind die Schienen, 3 Zoll im stark, welche Locomotiven, Tender, Wagen :c. aufnehmen.
Der Kranz xxx, worauf die Rollen w laufen, ruht in den starken Schienenstühlen v v, wie solchesFig. 2 und 3 zu sehen ist. Die Arme rvrvrv verbinden die Rollen vv mit der Pfanne des Pivots in derGegend von II Fig. 2. Diese Rollen sind ganz so angebracht, wie in den englischen Drehscheiben.
Damit die Rollen vv nicht von der Schiene x hinunter laufen können, sind sie durch die Reifen I,ll,
Ii li, A K Fig. 3 in ihrer Lage erhalten.
Der Bohlenbcleg b b ist durch versenkte Schrauben ve, ee auf dem äußersten Umfange durch einen eisernen