Band 
[Textband.]
Seite
173
JPEG-Download
 

_ 173

Wir sind völlig damit einverstanden, daß der große Umweg über Mitten vermieden werde, und glau-ben, daß eine 3 Meilen kürzere Linie mit günstigen Stcigungsvcrhältnissen von Hagen über Westdosen,Schwerte nach Unna oder Wcrl eben nicht schwer zu ermitteln sein wird. Die Steinkohlen von Mit-ten werden schon im Interesse ihrer Besitzer an die Bahn befördert werden, gleich jenen von Essen nndS tc e l c.

Und so glauben wir denn unsere Ansichten sowohl in Beziehung auf die Bahnlinie im Allgemeinen, wieüber die besprochenen Punkte insbesondere, in anständiger und vernünftiger Weise, soweit cS die gemachten An-griffe zuließen oder erforderten, vertheidigt, und dabei jede absprechende, unbegründete Bcbauptung oder beweis-lose Rechthaberei sorgfältig vermieden zu haben, die nicht vorkommen darf, soll die Unterhaltung im Geiste desEingangs bezogenen Schlusses in Nr. 25 d. C. O. fortgesetzt werden.

Xn.

8- 92.

Wir sind zu sehr für die zweckmäßige Wahl der Lage der Rhein-Weser-Bahulinie interessirt, als daß wir diefreundliche Unterhaltung mit Herrn Xu. (§. 91) nicht noch ferner fortsetzen sollten, um so mehr, als wir schon inden Hauptpuncten vereinigt sind, und wir uns über Nebendinge oder gar einzelne Ausdrücke, die der Sacke nichtsnutzen können, nicht weiter Vorwürfe machen wollen; da es uns nie eingefallen ist, eine persönliche Frage stattder allgemeinen zu erörtern.

In tactisckcr und strategischer Beziehung, welche wir beurtheilen können, bleibt cS immer sehr wünschcnswcrth,die besten Stcigungs- nnd Krümmungsverhältnisse zu erlangen, und deshalb schlugen wir die Bahn über einebenes Terrain vor, ohne jedoch eine besondere Vorliebe für die Linie zu haben, welche die bcvölkcrtste Gegendder Rhcinprovinz und WesiphalenS umgehen sollte. Wir wollten blos zeigen, daß eine Rhein - Weier-Bahn mitverhältnismäßig geringen Kosten möglich sei, wenn es sich um die Verbindung des Ostens und Westens dermächtigen Preußischen Monarchie handelte.

Zwischen der Zecke Scllerbcck mit ihrem Prcmscnbcrge und Ovcrhauscn mit seinem schönen Walzwerke liegtaußer der Lipperhaide noch viel Terrain, welches wir oft zu Fuß und zu Wagen oder zu Pferd durchwanderten,und was nach den von demselben ermittelten allgemeinen Höhcnpuncten kcincSwcgcS zu den Bergen gehört, sodaß Mülheim keine Stunde rechts liegen bleiben muß, eben so wenig als Essen und Stecle 2 Srunden. Die

linke Thalwand deS EmscherbachcS erlaubt eine gute wenig kostbare Linie, welche nahe genug an die Fettkoh-

lenzechen nördlich von Essen reicht, so daß sie Zweigbahnen mit geringer Mühe anlegen können. Man muß imGegentheil nicht zu tief in das Emschcrthal hinabsteigen, um oberhalb bei Dortmund nicht ungünstige Stei-gungövcrhältnissc zu erhalten. Die Lipperhaide in der eigentlichen und satprisckcn Bedeutung wird also eben sowenig berührt, als das Emschcrbroich. WaS die Zweigbahn mit Süddcutschland über Lippstadt betrifft, sowaren wir der Linie gefolgt, welche von Seiten des Staates untersucht worden ist, und wenn jemals eine Bahn

von Kassel zur Rhein-Weser-Bahn gebaut werden sollte, so pflichten wir unserem Gegner bei, daß das Weser-

Thal die wenigsten Schwierigkeiten darbietet, und folglich die Vereinigung bei Minden eine mögliche sei, jedochwird selbige dem Nicdcrrhein wegen des großen Umweges wenig Vortheil > gewähren noch großes Interesse fürdenselben haben. Alle Eisenbahnen überhaupt, welche Kassel berühren, werden große Schwierigkeiten zu besiegenhaben und viel Kosten verursachen, wenn sie das Rhein - oder Mainthal zu gewinnen streben. Die SperrungdeS freien Deutschen Rheines" durch die Holländer seit dem 30jährigen Kriege und die letzten Anstrengungenderselben, sich dieses Thorhütcramt zu erhalten, kann uns als Patriot eben so wenig gefallen, als unserem Geg-ner; aber wo sie mit uns Hand in Hand gehen, um Deutsche Communicationen zu eröffnen und zu verbessern,sind wir mit ihnen einverstanden, und deßhalb kamen wir zweimal aus sie zurück, was sie außerdem als Deutsche Stammverwandte um so mehr verdienen, als sie für die Sünden ihrer habsüchtigen Vorfahren eben sio wenigverantwortlich sind, wie wir für die Sucht unserer Deutschen Vorfahren, von welchen jeder ein kleiner Fürst auf