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Die Proportionen dieser Tabelle, welche aus den Mittelresnltaten der Versuche entnommen worden sind,dienen zu zeigen, daß eine große Mehrausgabe sür Materialien nur eine geringe Brennstoffersparniß bewirkenkönne, und daß es ein absoluter Verlust seyn würde, wenn die Ersparniß geringer seyn sollte, als die Zinsender Mehrausgabe betragen.

Ein Kostenanschlag für die Kessel und die Kohlenersparniß wird schnell entscheiden, welche Art Kessel vor-zuziehen ist. Ich werde den gewöhnlichen, von Boulton und Watt gefertigten Kessel als Maßstab sür eine

Classe annehmen, und da derselbe in einer Stunde mehr Wasser verdampft, als die vier cylindrischen Kessel derandern Classe, so muß das Gewicht der letzteren in demselben Verhältnisse vermehrt werden, um einen richtigenVergleich zu den Nutzeffecten oder für Handelszwecke anzustellen. Man muß jedoch bemerken, daß die verhältniß-

mäßigen Kostenberechnungen nur annäherungsweise bestimmt sind, da die Kosten der Aufstellung der Kesiel und

die Kosten der Gebäude von den besonderen Entwürfen verschiedener Ingenieure abhängig sind, und außerdemnoch die Fundamente in Betracht kommen. Ferner ist sür die Tonne jeder Kesselclasse 27 Pfd. St. angenommenworden, obgleich ein gewöhnlicher Kessel, selbst wenn eine Fencrröhre darin ist, zu einem geringern Preisegefertigt werden könnte. Jedoch ist die Weglassuug dieser Dinge immer noch zu Gunsten der cylindrischen Kessel.

Ein gewöhnlicher Kessel verdampfte 54,, Cubikfuß Wasser in der Stunde, und wog 7'/, Tonne; viercylindrische Kessel verdampften 46,» Cubikfnß Wasser in der Stunde (die schnellste Verdampfung dieser ArtKessel), und wog 48 Tonnen. Wenn 46,» Cubiksuß Wasser 48 Tonnen Kessel erfordern, so würden 54,z Cubik-fuß 55'/r Tonne verlangen.

Pfd. St. Sh. Pf.

Cylindrische Kessel, 55'/., Tonne, ä 27 Pfd. St. 1498 10 0

Gewöhnliche Kessel, 7'/» Tonne, ü 27 Psd. S t. 195 15 0

Unterschied 1302 15 0

Angenommen, die Kessel wirken während 365 Tagen fortwährend 24 Stunden, so werden die von dencylindrischen Kesseln verbrauchten Kohlen 1556 Tonnen seyn, und jene von dem gewöhnlichen Kessel

1569 Tonnen; die Ersparniß zu Gunsten der cylindrischen Kessel ist also 13 Tonnen Kohlen, zu 20 Sh.,

13 Pfd. St. ES würde überflüssig seyn, die Vergleichung der beiden Kesselclassen fortzusetzen; eS muß jedoch

nicht vergessen werden, daß die eine Classe für Niederdruck, und die andere für Hochdruck bestimmt ist. DieFrage, ob es nöthig ist, Hochdruckkessel für Erpansionsmaschinen zu haben, soll weiter unten berührt werden.

Was die Reparaturen der Kessel betrifft, so sind sie nicht mit in Rechnung genommen worden, weil sie nicht

genau abgeschätzt werden können; und es kann angenommen werden, daß die Abnutzung in der einen Art,welche von der vermehrten Oberfläche herrührt, durch den geringern Hitzegrad, welchem diese ausgesetzt ist, aus-geglichen wird, während die andere Art, obgleich sie weniger Oberfläche hat, einer viel größer» Hitze aus-gesetzt ist.

Wenn die Vergleichung bei der langsamsten Verdampfung (Tab. V, 6ter Versuch, Col. 16 und 19) dercylindrischen Kessel angestellt wird, so erscheint die Ausgabe bei den cylindrischen Kesseln 3005 Pfd. St. 2 Sh.,und der Unterschied 2809 Pfd. St. 7 Sh. Der Verlust an Kohlen aber 9 Pfd. St. das Jahr. Hierausfolgt, daß unter dem Begriff der langsamen Verbrennung, wenn sie zu weit getrieben wird, in jeder BeziehungVerlust entsteht, erstens ein sehr großer Verlust in der Ausgabe, und zweitens ein geringer Mehrverbrauch anKohlen. Derjenige, welcher sich deshalb einen Kessel machen lassen will, wird wohl thun, solche Leute zu Rathezu ziehen, welche sich praciisch darauf verstehen, ehe er ein Capital ausgibt, um sich einen öconomischcn Kesselanzuschaffen, der vielleicht gerade das Gegentheil bewirkt.

Man wird bei Untersuchung der Tabelle Nr. V, 27ster Versuch, Col. 22, über die gewöhnlichen Kesselfinden, daß, wenn der Kessel und das obere Ende der Züge der kalten Luft ausgesetzt oder nicht bekleidetwerden, die Verdampfung 7,»»» Pfd. Wasser pro Pfd. der besten Newcastle-Kohlen war, und daß, wenn Allesgut mit Filz bekleidet war, die Verdampfung bis zu 8,»», Pfd. Wasser pro Pfd. Kohle gebracht wurde, was10"/,» Proe. beträgt, die nur allein durch den Gebrauch einer guten Bekleidung erspart wurden (Tab.V, 36sterVersuch, Col. 22).