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Denkschrift über die Abflussverhältnisse des Bodensees von Constanz bis Stein / von G.H. Legler
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Wenn schon gering, so ist doch diese wirkliche Seesenkungfür den Abfluß des Oberrhcins, der in seiner untersten Streckenur ein Minimum von Gefall besitzt, ein wesentlicher Ge-winn. Da aber die Senkung sich nicht größer herausstellt,so ist dies um so mehr ein Sporn, den Lauf des Rheinesmöglichst abzukürzen, d. h. unter den verschiedenen Ausleitungs-projekten jenem den Vorzug zu geben, welcher am unschädlich-sten für die betreffende Gegend und auf kürzestem Wege denSeespiegel erreicht; d. h. der von Monstcin au nörd-licher Richtung links oder westlich au Fußach vorbei.

Ferner sollten die äußern Wuhre der neuen Rheinaus-leitung in der untersten 4000 Fuß langen Strecke mit1V2-f"ßiger Böschung bis über den höchsten 1817 Seestandhinaufreichen, damit die Stoßkraft des Rheines hier zusammen-gehalten werde, weit in Bodensee hinaus zu treiben; ähnlichwie dies bei der Ausmündung der Glarncrlinth in Wallensceselbst bei höchsten Secständeu der Fall ist.

Nur so ist man im Stande, die Nachtheile einer hohenSeerückschwellung zu überwinden und die Ausleitung einesFlusses rein zu erhalten!

Ausnahmsweise war anno 1853 der höchste Wasserstaudim Bodensee wesentlich größer als im Wallensce. Doch fürdie übrigen Jahre bietet diese Tabelle einen angemessenenVergleich. Leider fehlen mir die Jahrgänge 1852, 1854, 1859,1860 des Bodcnseestandeü; doch geht zur Genüge hervor, daßseit 1855 kein außergewöhnlicher Wasserstand im Wallenscemehr stattfand, und wenn auch anno 1860 nach Angabedes Herrn Ingenieur Hartm an n die atmosphärischen Nieder-schlüge größer gewesen als selbst anno 1817 , der Wallcnsce-stand doch nicht besonders hoch war und zwar 3^ 3" tieferals anno 1851, daher gar wohl auch der Bodensce - Wasser-stand circa 5 Fuß tiefer als 1817, oder circa 2^ 6" tiefer alsanno 1851 bleiben konnte, ohne deßhalb auf große Tieferlcgugdes Bodensees schließen zu müssen.