Band 
Zweiter Band.
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Nordlicht) so ist doch derZwischenraum zwischen den Krei-sen und ihren Gestirnen immer weniger erhellet, als dieKreise selbst (eben das nämliche gilt von den Bogen desNordlichtes). Was übrigens Muschenbröck von denFarben der Lichtringe, Mondeshöse u. s. ,v. noch hinzu-füget: eben das passet auch vollkommen auf das Nord-licht, wie ich im s. z» und 4. Theile dieses Werkes dar-thun werde.

Diese Lichtringe, fährt Muschenbröck fort, sind sehrhäufig; denn in den Niederlanden kann man deren jähr-lich über fünfzig am Tagesehen; sie werden aber nicht al-le bemerket, weil man die Sonne und den nahen Himmelum sie nicht zu beschauen pflegt, auch seine Augen nichtso richtet, daß sie von der Sonne nicht geblendet werden.Man stelle sich in der Beobachtung also so, daß man nichtdie Sonne, wohl aber den ihr nahen sie umgebenden Him-mel sehe, welches am besten durch eine weite Röhre vonMetall, oder dadurch geschiehet, daß man sich in eineVerengung oder Vertiefung , etwa hinter ein Hauß, ei-ne Thüre stelle, welche den Anblick der Sonne hindert»Middleto» erzählt, daß man dergleichen Lichtrjnge vor-züglich häufig in Nordamerika wahrnehme; daß manschier jede Woche einen oder zwey Sonnenringe, und je-den Monat einen oder zwey Mondsringe beobachten kön-ne.« Man erlaube mir dieses Phänomen durch meinesowohl zu Wien als zu WardhuS angestellte Beobachtunrgen zu bestätigen. Mondringe nämlich habe ich bey Er-scheinung des Nordlichts z» Wardhus beinah immer wahr-genommen; zu Wien aber habe ich seit 1758-bis 1768.im Sommer sowohl, als im Winter dergleichen Ringeum die Sonne, und noch häufiger zu Wardhus beobach-tet, welche alle die Eigenschaften hatten, die Muschenbröckbeschreibet. Die so eben angeführte Erinnerung des Mu-schenbröck hat man auch wohl zu merken, warum nämlich

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