Buch 
Gasometrische Methoden / von Robert Bunsen
Entstehung
Seite
242
JPEG-Download
 

242

Fünfter Abschnitt.

Bei den früheren Versuchen betrug die Zeit, wäh-rend welcher das Anfangsvolumen um 17.8 Procent ah-nalim, 1.4 Minuten, bei diesen letzteren dagegen für einegleiche Volumenahnahme 36.2 Minuten.

Vergleicht man die Ergebnisse jener Beobachtungenbei rascher Diffusion mit diesen bei verlangsamter, sozeigt sich in der That bei letzterer eine noch viel grös-sere Uebereinstimmung.

Dabei ist indessen nicht ausser Acht zu lassen, dasssich hei dem zweiten Theile der letzteren Beobachtungeneine kleinere Zahl für « 2 ergiebt, als hei dem ersterenTheile derselben.

Dies zeigt, dass die Diffusionsgeschwindigkeiten nurannähernd den partiaren Druckdifferenzen proportio-nal sind und dass, wie bei der durch totale Pressungenbewirkten Durchströmung von Gasen durch capillareRöhren, so auch bei der Diffusion über gewisse Gren-zen hinaus Abweichungen von dieser Proportionalitäteintreten.

Nach diesen theoretischen Betrachtungen können wirzu der wichtigen Anwendung übergehen, welche man vonder Gasdiffusion bei gasometrischen Untersuchungen ma-chen kann.

Es ist eine der schwierigsten Aufgaben, zu entschei-den, ob ein gegebenes Gas aus einem einzigen Gase oderaus einem Gemenge mehrerer besteht. Wenn die Volu-mina der Verbrennungsproducte in keinem einfachen Ver-liältniss zu einander stehen, kann zwar kein Zweifel dar-über obwalten, dass es sich um ein Gemenge handelt,allein der umgekehrte Schluss von solchen einfachen Ver-hältnissen auf die ungemengte Beschaffenheit eines Gasesist völlig unzulässig, weil bei vielen chemischen Zer-setzungen zwei oder mehrere Gase in einem einfachen