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Sieg des Waid-Indigs über den ausländischen Indig : ein Beitrag zur Beförderung einheimischer Cultur / von ... Fr. Ant. von Resch
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dieses Anbaues beflifs. Bei einem kriegerischenAuszuge, im Jahr 1290, streueten die Erfurter, alsBeweis ihrer Gegenwart, Waidsaamen auf den Stel-len ihrer gelungenen Tapferkeit aus. Die StädteErfurt, Gotha, Weifsensee, Tennstedt und Langen-salza waren wegen ihrer Zurichtung des Waids be-rühmt, und verdienten den Namen der fünf Waid-städte. Damals, so wie bis jetzt, wurde der Waidder Fäulnifs ausgesetzt und dann in Ballen ver-sandt 5 die Beschwerlichkeit des Transportes undbei Anwendung zur Färberei, beförderten-den Ge-brauch des, leichter zu versendenden, und zu be-handelnden, Indigs. Es kommt also jetzt auf diegelungenste Erfindung an, aus der Waidpflanzeeinen Niederschlag zji gewinnen, der die Vorzügedes Indigs gewährt und bei wohlfeilerem Preise,dem Inlande die Summen vorbehält, die vordemden Wohlstand der Colonien decken halfen. DieserErfindung ist gegenwärtige Abhandlung gewidmet.Jetzt also vom Anbau des Waides selbst, vonden seit Jahren vor genommenen Versuchenund von deren gelungenem Erfolge.

Anbau des Waides.

Die Waidpflanze, Tsatis tinctoria (Italien .Guado , Gtastro; französ. Fastet , Guede, Voweite ;engl. fFoad) hat grofse gekerbte Wurzelblätter 5die Stammblälter, welche fest auf ihnen sitzen,-sind gleichförmig, hellgrün, ziemlich dick, untenbreit, nach oben zu schmal, blaugrün und glänzend.(Man sehe die Abbildung auf beil. Taf. I. fig- 2.)Ihre drei bis vier Schuh hohe, fingerdicke Stängeltheilen sich oben in verschiedene Zweige, mit vie-len, ohne Ordnung daran herunterhängenden Blät-

tern. An den Zweigen stehen viele Blumen mitvier gelben, kreuzweise gewachsenen Blättern. Sieblüht im andern Jahre vom Mai bis Junius. DieBlumen hinterlassen eine kleine längliche Schote,die bei der Zeitigung schwarz wird 5 am Rande ist.sie platt, ln zwei gleiche Theile gespalten, mitbreiten Ecken versehen, worin zwei längliche ei-förmige, meist blaue Saamenliörner stecken. DieBlume steht in einem, kleinen eiförmigen Behält-nisse, das von vier eiförmigen bunten Blättern ge-bildet wird, in deren Mitte sechs Fäserchen wach-sen, wovon vier so grofs als die Blätter der Blu-men, zwei aber kürzer sind. Auf diesen sind läng-liche, seitwärts stehende Knospen } in dem Mittel-puncte liegt die Frucht, welche länglich, an beidenSeiten eckig, und nicht höher als die zwei kurzenFäserchen sind; fallen die Blumen und das frucht-hehältnifs ab, so ist der Saame reif.

Diese Pflanze wächst in Ungarn, in der Schweiz und an verschiedenen Orten in Teutschland, jaselbst auf den Stadtwällen um Erfurt häufig wild}und liefert die Jsatis sylvestris angustifolia. -Derzahme Waid, Isatis sativa seu latifolia , ist eineAbänderung. Der französische Paste 11 waid be-hauptet übrigens vor dem gemeinen Waide denVorzug, weil er nicht nur mehrere, sondern auchfeinere Farbetheile enthält *). Herr Plutti inMolsehleben bei Gotha , baut ihn in grofserMenge} nach dessen Versicherung er auch mit der

») Otto in der ganz neuen Entdeckung der in Teutsch-land noch unbekannten -wahren, ächten, zahmenWaidpflanze (Frankfurt 1794) führt als vorzüglicheUrsache des Verfalls des Waidbaues unsere Waid-pflanze selbst an, und verspricht sich von demAnbat»des Pastells, so wie er vorzüglich in Languedoc ge-baut wird, grolsen Erfolg. Er zog aus dem, aus Frank-