nachzuliolen gedenkt, irrt slcli sehr, weil die schonetwas starken. Wurzeln alsdann wieder ausschlagentind den Standpunct der übrigen Pflanzen ver-engen.
Das Äbstofsen des Waides geschieht zum erstenMale, wenn die Blätter über eine Spanne lang her-angelvachsen, und die untersten gelb zu werden an-fangen. Man knieet-alsdann zu jedem Stocke hin,lal'-I die sämmtlichen Blätter in eine Hand zusam-men, und stöfst sie mit der andern durch das ebengedachte scharfe Waideisen ab, wozu auch ein jedeslanges Messer dienen kann. Uebrigens nimmt mandie Krone flach mit ab,' und verletzt nicht gerndie Nebenheime der "Wurzel. Beim Stechen siehtman vorzüglich darauf, dafs es weder zu hoch,noch zu niedrig geschehe, dafs das unterste Blattmit abgebe, damit beim Zusammenrechen die Stau-den beisammen bleiben, kein Blatt liegen bleibe,Und das Zusammenharken in kürzerer Zeit ge-schehe.- Die abgestofsenen Blätter sammelt manin Körbe, bringt sie auf einen Wagen, der mitFlechten versehen ist, und fährt sie dann vomLande weg. Da aber die Blätter gröfStentlieilsStattbig sind, so fährt man sie an einen Flufs, Bachoder Teich, wäscht sie sauber, breitet sic auf einemHasen aus, und wenn sie von der daran hängendenFeuchtigkeit abgetrockn^t, so bringt man sie dannan jenen Ort, wo die in ihnen befindlichen Farbe-'rheile aUsgesehicden' werden sollen.- ■
W T enn die Blätter das erstenmal ahgestofseusind, so lockert man den Boden wieder auf, reini-get ihn vom Unliraute, und überfährt ihn mit derEgge. Nach Verlauf von einigen Wochen kommenwieder neue Blätter zum Vorscheine, und wenndie untersten anfangen gelb zu werden, so schrei-
tet man zur zweiten Aerndte, und Terfährt hieratif die nämliche Art, wie bei der ersten. Beiguter 'Witterung und. bei einer zweckmäfsigemCulfur kann man das Äbstofsen der Blätter viel-leicht auch zum dritteumale vornehmen, welche*jedoch bei uns ein seltner Fall, und um so weni-ger Statt findet, da das mit Waid besäete Grund-stück den nämlichen Herbst noch mit Winterfruchtbestellt wird. V ill man Saamen ziehen, so läfstman so viel W ai dst«uden, als man nöthig zu habenglaubt, stehen, blattet sie jedoch nicht ab; dieübrigen aber ackert man um, und bestellt deuAcker entweder im Herbste mit Winter -, oder imFrühjahre mit Sommerfrüchten. Gewöhnlich wirdder Saame gegen das Ende des Julius, zuwerlenaber auch erst in der Hälfte des Augusts des nächst-folgenden Sommers reif, wo man ihn dann aufeinem luftigen Boden trocknet, und ihn nachhermit den Händen entweder abstreifet, oder aus»hlopfet.
Ein mit Waid bepflanzter Acker trägt nachalter Behandlung jetzt dem Waidbauer zwanzigThal er ein; er hat nämlich:
Aufwand
thlr. gi%
1. Zehn einspännige Karn Mist zu 12 gr.einsckliefslich des Fuhrlohns , betragen5 thlr. Da der Waid das Land aber
: wcni’g aussaugt, so mufs man den Dün-ger wenigstens auf 3 Cullurjahre ver-theilen ; sonach ist der Aufwand einesJahres ...... * 16
2. Den Acker zweimal zu pflügen und
einmal zu eggen . . • ■ I 6
3. Eine halbe Metze Saamen . • - 4
4. Den Acker zu jäten und zu roden . 1 <5
5. Pen' Waid abzustofsen . . . - 16
Summa des Aufwandes 5 -