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dem grünen Piedestal der Partnuner Mähder, letztere mit Trümmerhalden undblockbesäten Weiden zu ihren Füßen.
Partnun ist eine Alp, einer Castelser Genossenschaft gehörig und in Verbindungmit den Partnunermähdern betrieben. Die Alphütten sind ausnahmsweise groß undwohnlich eingerichtet, mit geräumigen Zimmern und Schlafräumen mit ordentlichenBetten. Es pflegt eben die ganze Familie hier oben zu wohnen, da zur Alpzeitauch geheut wird. Früher wohnte eine Anzahl Familien ständig hier oben (bei1770 m!); für die Kinder war der stundenweite Schulweg nach Platz hinunteräußerst beschwerlich und gefährlich; einige sollen dabei erfroren sein. Das war wohlein Hauptgrund, die Winterwohnungen hier aufzugeben. Es bleibt wohl auch jetztnoch das Vieh im Dezember da oben, um das Heu auszuätzen, nicht in den Alphütten,sondern in den etwas tiefer gelegenen Mayensäßen, aber nur Familien mit noch nichtschulpflichtigen Kindern ziehen mit hinauf; die andern überlassen das Vieh denKnechten, die dann allerdings da oben ein fröhliches Faulenzerleben führen.
Eine dieser Hütten ist durch weitem Ausbau und Aufbau zu einem kleinenHotel angewachsen, Pension Sulzfluh, von Herrn Pleifch trefflich geführt.
Vor der Pension sprudelt ein herrlicher Brunnen, dessen Wasser nach Zschokke die Temperaturvon 6 ^ nicht übersteigt. Der Trog, gleichsam ein Miuiatursee, entging dem Forschungseifer desBasier Zoologen nicht, und ein interessanter Fund belohnte ihn: Es fand sich darin ein blinderVerwandter des Flohkrebses, dlipbai-Aus putavsus vor, der sonst nur lichtarme und lichtloseGewässer bewohnt, (Grotten in Karaten, Schwaben und Brunnen in der Schweiz , Savoyen ,Frankreich , Deutschland rc.; eine Varietät in den Tiefen des Genfersees, von 80—40 w abwärtsauch im Neuenburger-, Vierwaldstätter- und Wallensee). Zschokke vermutet, daß er wohlursprünglich eine der Höhlen der Scheyenfluh bewohnte, und von dort in die Quellen des besagtenBrunnens gelangt sei.
Von Partnunstaffel aus führt ein Alpweg in sanfter Steigung durch steinige Weiden zumPartnunsee (1874 m). Es lohnt sich der Mühe, etwas vom Weg abzuschweifen und sich in dieWildnis übergrünter Kalkblöcke zu wagen, die sich gegen die Scheyenfluh hinanzieht. Es wächsthier, wie drüben in der Sulzfluhganda, ein herrliches Kompendium von Alpensträuchern durch-einander. Beide Alpenrosenarten sind reich vertreten in ziemlich gleicher Anzahl: der schiefrigeUntergrund bedingt die rostrote, das Kalkgetrümmer die felsenliebende behaarte Art. Wie überall,wo die beiden Stammarten gemeinsam auftreten, so ist auch hier das natürliche Kreuzungsproduktderselben, der Bastard kboäoäsiiclron intsrinsäinin nicht gerade selten. Wer etwas genauer zusieht,der kann in kurzer Zeit eine ganze Reihe die beiden Stammarten verbindender Mittelformenzusammensuchen mit abnehmender Rüstigkeit und zunehmender Behaarung. Wenn eine geschäftigeHummel den Blütenstaub eines UiioäoilGuäl-on lnrsutuw auf die Narbe eines Ukoäoäönäi-oiiksreuAinsam überträgt oder umgekehrt, so entsproßt aus den so erhaltenen Samen der primäreBastard, das die Mitte zwischen beiden Stammarten haltende Rboäoüovilroii ivtermeälum. Dasist ein fruchtbarer, keimfähige Samen erzeugender Bastard. Wird nun dessen Narbe mit demPollen einer der Stammarten, sagen wir Uboäoäonärov Inrsntum, belegt, so entsteht ein „rück-gekreuzter Bastard", der 2/3 Blut dirsutnm und nur Vs von kerruginsum besitzt. Und so kanndurch fortgesetzte Rückkreuzung eben eine ganze Reihe von Zwischenformen entstehen.
Noch ein anderes, interessantes Faktum ließ sich hier beobachten. In einem großen Umkreiswaren sämtliche Blüten von Ulloäoäonäron biisutuw (und trotz der vorgerückten Jahreszeit — eswar am 10. August — waren noch viele da, während ksrruAivsnii, völlig verblüht hatte) etwasüber dem Grunde durchgebissen, wiesen ein kleines Loch auf, das zweifelsohne von einer räuberischenHummel herrührte. Leider glückte es mir nicht, den Übelthäter in ÜLArrmti zu erwischen, dafür sahich aber einige Hummeln (kombus altioola, nach der frdl. Bestimmung meines Freundes Pros.Wegelin in Frauenfeld ) durch die schon gebissenen Löcher eifrig saugen. Bekanntlich ist diese Artdes Honigholens (durch Einbruch) für die Pflanze nachteilig; der Honig ist für die Insektenbestimmt, die zugleich als Überträger des Blütenstaubs den Samenansatz vermitteln; das geschiehtaber nur beim Saugen auf dem normalen Weg, indem das Insekt vorn in die Blüte hineinkriecht;eine anbeißende, den Honig von außen holende Hummel kann niemals Blütenstaub vertragen, istalso ein ohne Gegendienst den Honig raubender, „ungebetener Gast". Es fiel mir auf, daß indem erwähnten Umkreis, wo alle Blüten — und ich untersuchte mehrere hundert — angebissen