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dicht sich drängendem Gezweig, der einen ausgezeichneten Schuttfang bildet und hintersich eine lange Zunge von Schutt gestaut hat. Namentlich die stumpfblättrige Weide(8alix rstusa) zeigt das sehr schön z. B. in den Schuttriesenen unter der Schollberg-terrasse. Auch die Silberwurz (Orzms ootopstala) bildet mächtige grüne Inseln imSchutt; unter der Scheyenfluh nahm ich eine solche als Demonstrationsstück mit, die2 in in die Länge und 1 m in die Breite maß; in den feinen Ästen hatte sich schonbeträchtlicher Humus gebildet, und Horste von 6arox somxorvirous begannen sich anzu-siedeln. Unter der Neunzigerfluh ist es ebenfalls im Gemstobel dagegen 8s.lix
ssr^MitoIia.
In kleinerem Maßstab zeigen einige krautige Horstbildner diese Schutttreppen-bildung. Auf dem feinen Schuttgeriesel an den steilen Halden unter der Saaser-Calanda ist es der flachblättrige Steinbrech (KaxitruAu ^lanilolia) und die krumm-blättrige Miere (Hsins i-sourva), im Gemstobel und auf der Heidbühlganda dasgelbgrüne schweizerische Labkraut (Oulium bslvotioum), aus der Saaser Calanda selbstder schweinssalatblättrige Pippau (8o^oria li^osoriäitolia). Überall tritt in dieserWeise der gegenblättrige Steinbrech (8axitrnAa oMosititolia) auf und, sobald derSchutt etwas fester ist, ^ostuoa puwila.
Neben den Blockrevieren von Schutthalden sind namentlich in der hochalpinenRegion die Schuttfelder durch eine eigenartige Vegetation ausgezeichnet. Sie bestehenaus völlig zur Ruhe gekommenem feinem und gröberem Schutt.
Längs des Schanielenbachs nähren solche Schuttfelder eine triviale Alluvialflora:Oainxanula pusilla kstasitks oküoinalis bis 1600 m Lilsos ioÜLta
Kaxikra^a ai^o'iäss „ rävsus Loonituin XapsIIns;
lussilago l^arkara L.Arostis alba
Interessanter sind die Schuttfelder der alpinen und hochalpinen Region, so z. B. imSilberthäli am Nordfuß des Schollberg und auf dem Grat zwischen Saaser-Calandaund Madrisa. Ersterer Standort weist auf (bei ca. 2400 m):
Gletscherranunkel (kkuivmeMus ^lavialis).
Fadenförmiges Hornkraut (Osrastimn Llikorms).
den zweigriffligen Säuerling (Ox^ria äigvna); in den Staubbeuteln dieser Pflanze hattesich massenhaft ein Brandpilz (kl8tila^o vinosa Lscksls^) angesiedelt, dessenrveinrote Sporen statt des Blutenstaubs die Pollcnfäcke erfüllten.
Die Kamm-Sesleria (8sslsria äistioba), ein für das kieselreiche Gestein bezeichnendesGras mit zierlich kammförmig zweizeilig angeordneten Ahrchen.
Das resedablättrige Schaumkraut (Oaräainins rsssäuskolia).
Das schlaffe Rispengras (?c>a laxa).
Ferner vier Steinbrecharten: gaxikruAu 8sgnisri, oppositikoliee, brzmülss und stsliaris.
Das sternhüllige Hasenrohr (Luplsuruiu stsllketuio).
Die Vegetation der Schuttfelder auf dem Calanda-Madrisagrat haben wir schonfrüher geschildert. Im Gemstobel finden sich ausgedehnte Kalkschuttfelder; dort breiten8alix ssrxMitolia und Iwisolouria xi-ooiimdorV ihre Spalierrasen, Oorastium latitoliumentfaltet seine großen weißen Blüten, koa iniuor neigt ihre zarten, bunten Rispen,8Ü6U6 oxoaxu und ^.Isiiio vliorlori drängen ihre moosähnlichen Triebe zu kissenartigenPolstern zusammen, Hsino i-oourvu legt ihre schwärzlichen Zweige über den Schutt,die zierliche Hnteliiiisia lmovioaulis streut ihre Miniaturpflänzchen über den Boden,6ar6x uiArg. vereint brandschwarze Ähren zum Köpfchen, sechs Saxifragen (oaosia,,stollaris, auärosuLsa, variaiis, ^i^oou und opsiosititolia) schmücken die Steinwüste,8osl6rig. ooorulsa, I^stnou pumila und Ourox 6rma bilden ihre Horste, 8o^oriali^osorickikolia und ll?araxaoum InoviAutum lugen mit gelben Blütenköpfchen aus demSchutt, und 8o1äau6lIa xusilla fügt ihre zierlichen, kreisrunden Lederblättchen anschwanke Stiele.