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Vollständige Astronomie, oder: Sonderbare Betrachtungen derer vornehmsten an dem Firmament befindlichen Planeten und Sternen, so wohl ihren Nahmen, Bedeutung und Situation nach, als auch was etwan von einer jeden dieser sichtbaren Himmels-Kugeln vor Meynungen von verschiedenen Auctoribus geheget, und davon wahr gehalten werden: ferner: woher alle Phaenomena, Cometen und dergleichen ungewöhnliche Himmels-Zeichen ihren Ursprung nehmen ... / Eberhard Christian Kindermann
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c^k. X. Von dem allerschönften 8sturn.

ist doch diejenige Macht, sagte ich alsdann bey mir selbsicn, diedieses wcitläufftige Element in seinen Schrancken erhalt ? Ist es eben-falls das Ohngefehr? Wenn dieses ist, so ist dann diefts Ohngefehr GOtt,weil es höchst verständig seyn muß? Ach! ich fange an zu begreiffen, daß,da eine leblose Macht nichts hervorbringen kan, so muß wohl Ordnungund Weißheit herrschen. Diesen erster» Gedancken folgten eineMenge an-dere, die sich Hauffen-wcise meiner EinbildungS^Krafft vorstclletcn. Ichwill mir wohl vorstellen, sagte ich, daß ein Hausse Materie von ohngefehrzusammen gebracht, eine Sonne, und einige andre Wunder-Dinge, die sichmeinen Augen zeigen, hervor bringen könne; aber ich kan nicht begreif-fen, daß das Ohngefehr sortfahre, und diese Wunder- Dinge auf die aller-geschickteste und majestätische Art in ihrer Ordnung und Einrichtung er-halte. Eine Sache kan nichts mittheilen, als was sie hat. Wie kandenn das Ohngefehr, und ein leeres Wesen, die Weißheit, die Klugheit unddas Verständniß mittheilen ? Wenn man mich bereden will, daß einUhrmacher durch das Umschütteln einer Schachtel mit einigen Triebe-Fe-dern, von ohngefehr eine Uhr hervor gebracht habe, so widersetzet sich mei-ne Vernunfft dieser Meynung also fort. Diese Betrachtungen verur-sachten in meinem Gemüthe eine nützliche Würckung; ich änderte baldmeine vorige Meynung, und nachdem ich die Bcweißthümcr von dem We-sen und Daseyn einer Gottheit in meiner Vernunfft selbsten fand, fiel ichauf meine Knie, und betete dieses Wesen an, und sprach: Du selbststän-diges und allgewaltiges Westn, laß mich dich vollends recht erkennen, undsiehe in deiner Weißheit auch auf mich als dein Geschöpffe.

So gebe denn der Schöpffer sein göttliches Gedeyen, daß alle die-jenigen, so ein blindes Ohngefthr glauben, bey Lesung dieses Wercks, ei-nen dreyeinigen GOtt erkennen und glauben, wie 1699 durch diegrosseSonnen-Finsterniß,so sich den ^ Sept. ereignete, gleichfalls einer über-zeuget wurde, es müsse ein ewiges Wesen wahrhafftig seyn. Es trug sichaber die damahlige Sonnen-Finsterniß in der LguinllHjsl-Linie zu, undwar nicht so wohl erstaunend als betrübt, indem sie aufdrittehalbe Stun-de währete, daher sie fast dem ganhen halben Theil der Welt zu Gesichtekam, vornehmlich gantz Afrtca und Europa. Der Schöpffer aller Wer-cke läst sich in seinen Wercken mit Wundern nicht unbezeigct, wie wirdenn dergleichen Wunder in der Menge auf dem 8-nul-no antreffen undfinden werden. Dahin wollen wir nun unsere Vernunfft richten, und fra-gen, wer, oder was ist Lsturnu»?

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