2§o cx vli!. Ven denen Ax-Sternen g egen Norden
blendet, und das Hertze nruß sich verwundern solchen seltsamen RegensEr schüttet den Reisten auf die Erden wie Saltz, und wenn-es gefrieret/so werden Eiß-Zacken, wie die Spitzen an den Stecken. Und wenn derkalte Nord-Wind wehet, so wird das Wasser zu Eiß, wo Wasser ist, dawetzet er über her, und zeucht dein Wasser gleich einen Harnisch an.Dieses ist besonders denen an dein Nord-Pol nahe gelegenen Ländern be-sannt, da die Vogel aus der Luft fallen, die Dächer zerspringen, und dieBäume zerplatzen vor Kalte. Man solte zwar fast, wenn man die Sachenur oben hin betrachtet, auf diese Gedancken gerathen, als ob der Frostschädlich und ein Verderbet aller Dinge wäre; alleine bey genauer Ueber-legung finden wir, daß er vielmehr nützlich und zuträglich ist. Denn durchden Frost ziehet sich der Luft-Salpeter (XNru«, sLreum) in denen dich-ten Dünsten mit zusammen, und wird dadurch die Bewegung der War-me aufgehalten und überwunden; je reichlicher sich nun dieses dürrumden Winter hindurch in der Lufft sammlet, und mit dem Schnee nieder,fällt, um so viel zuträglicher ist es hernach im Sommer denen Gewächsenimd Früchten der Erden. Hiob z?, 9. Von Mitternacht kommt Kälte.Solches musstet der uns so nahe liegende Nord-Pol und die von selbigemher kommende Lust, welche die daselbst befindlichen Eiß-Theilgen herzu ge-. trieben bringet. Man betrachte nur, wie gedacht, blov-Lem!,!». Grönlandund Spitzbergen, woselbst das Meer das gantze Jahr hindurch kaum zweyMonathe offen, und mit Noth und Gefahr schiAar ist, da -die Schisse,wenn sie dahin gehen und zu hoch kommen, oder der rechten Zeit verfehlen,offt anfrieren und mit allen Leuten und Gütern verderben müssen. DieGrönlands-Fahrer, welche auf den Wallfisch-Fang ausgehen, wissen er-staunende Dinge von der entsetzlichen Nördlichen Kälte und rauhen Ge-gend zu sagen. Es sollen sich daselbst grosse Eiß-Berge aufthürmen, denWall mit doppelten Reyhen besetzen, und auf eine fürchterliche Art rechtüberwärtS hangen, folglich denen Vorüberfahrenden gleichsam den Toddrohen. Es übersteiget fast den menschlichen Glauben, wenn, dem Vor-geben nach, diese Berge und grosse Eiß-Schober wohl halbe Meilen in dieSee hinein reichen, und vssters mit dem allerentsetzlichsten Krachen einfal-len. Wehe denen,so von solchen Bergen bedecket werden! Hos. 10,8. IhrBerge bedecket uns/,ihr Hügel fallet über uns. Diese Worte seynd fastdahin zu ziehen, weil oft die daselbst fahrenden ein solches betrübtes Grabbekommen. Die Natur spielet auch in dicken kalten Nord-Gegenden aufungemeine Art in der Bildung dieser Eiß-Berge, indem sie unterschiedeneFiguren vorstellen. Etliche sehen aus als Capellen; andere stellen sich vor,