Buch 
Johann Heinrich Gottlob von Justi ... vollständige Abhandlung von den Manufacturen und Fabriken. Erster [- zweyter] Theil
Entstehung
Seite
186
JPEG-Download
 

186 i v. Absch. von denen Hindernissen

so müssen sie nothwendig theuer seyn. Insonderheithabe ich bemerket, daß es in solchen Staaten, unge,achtet des wenigen darinnen befindlichen Geldes, den.noch sHr theuer ist, wo die Bürger und Einwohnerwenig Fleiß bezeigen und dennoch herrlich und wohlleben wollen. Wenn der Handwerksmann wenig Lustzu arbeiten hat und doch alle Tage gut Eßen, Weinund Caffee haben, auch sich prächtig in Kleidern z igenwill, so muß er nothwendig die wenige Arbeit, die erverfertiget in sehr hohen Preiß fitzen; und gleichwieein Handwerksmann vermöge der eingerissenen Ueppig-keit es dem andern bald nachzuthun pfleget; so entste-het gar bald eine algemeine Theurung der nöthigstenArbeiten, so daß nichts wohlfeil bleibt, als das Ge-traide in fruchtbaren Jahren. Dieses ist das Bild vonden meisten Staaten in Teutschland, wenn man eini-ge Evangelische Staaten, die sich auf Commcrcicn undManufacturen appliciren, ausnimmt: ja es ist dasBild fast von allen andern Staaten, wo keine Com-mercien und Manufacturen blühen und eine schlechtePolicey ist. Allein es ist ein sehr betrübter Zustand,der dem Wachsthum der Manufacturen fast alle Hof-nung abspricht. So glücklich der Zustand eines Lan-des ist, worinnen eine Ueppigkeit herrschet, die mit Lan-deSwaaren getrieben wird und die eine Frucht desFleißes seiner Einwohner ist; so elend ist die Beschaf-fenheit eines Landes, das Ueppigkeit mit fremden Waa-ren und in Verbindung mit der Faulheit treibet. Dergänzliche Verfall des Nahrungsstandes und das volleVerderben des Staats kann nicht lange ausbleiben.

Gleich.