Von den Wollenmanufattmen, 9
sonderbaren Verfahrens ist: weil die feine Wolle nichtin das Gewichte fällt, und man die feine Wolle nichttheurer bezahlet, als die grobe, als worirmen unserePoliceyanstalken noch einen großen Mangel haben.Ich habe von diesen zu verbessernden öconomischenund Policeyanstalken zu Erzeugung eine? bessernWolle in dem zweyten Bande meiner öconomischenSchriften eine besondere Abhandlung geliefert. Wennnun unsere Wolle, ohngeachtet unserer mangelhaftigenAnstalten, ja ohngeachtet des vorschlichen Widerstre-ben» der Schäfer, keine seine Wolle zu zeugen, den,noch ziemlich gut ist; wer wollte zweifeln, daß wirnicht eine viel bessere erzeugen könnten? Deutschlandhat auch ein so gemäßigte» Clima, daß hierinnen En,gelland wenig oder keine Vorzüge vor uns hat. Daßaber zur Erzeugung einer feinen Wolle nur ein gemäs»sigkes, nicht aber ein heißes Clima erfodert wird, das,deucht mich, sollte uns die Erfahrung längst gelehrethaben. Denn sonst müßte Africa und Indien dieallerfeineste Wolle hervorbringen, welches aber vonden allerwenigsten Ländern wahr ist.
A ? Diesen
he, welche aus dieser Ursache ausdrücklich verbieten, Zie«genböcke bey Schäfcreycn zu halten, Man kann auchnicht sagen, daß diese Zeugung wider alle Analogie sey,und man weiß, daß Büffon sie als wahr angenommen,und daraus mehr als eine Hypothese gezogen hat; gleich-wohl weiß ich nicht, daß diese Dastarte jemals von einemNaturalisten genau untersucht und vollständig beschriebenwären, welches sie doch gewiß verdienten. Man seheBüffons Historie der Natur, nach der LeipzigerUcbcrsetzung VI, a, S.84; auch des G. Pallas Reise lS. 7».