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Johann Heinrich Gottlob von Justi ... vollständige Abhandlung von den Manufacturen und Fabriken. Erster [- zweyter] Theil
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18
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Die Hal-tung übcr-fiayigerBedientenist der Ar-beitsamkeitnachkhei-lig.

»8 II. Abtheilung. I. Abschnitt.

davon befreyet seyn will. Jedoch wird hier allemalnöthig seyn, der Ausflucht vorzubeugen, daß dieseDirnen nicht jemand gewinnen, welcher zum Scheinvorgiebt, daß sie bey ihm dienen. Wenn nun jeder-mann, der es verlanget, in dem Manufacturhause inder feinen Spinnerey umsonst Unterricht gegeben, undauf diejenigen Handwerker Rücksicht genommen wird,welche ihre Töchter bey ihrer eigenen Arbeit notorischbrauchen; so wird diese Anordnung gar nichts unbil-liges in sich enthalte».

Man hak in der That in verschiedene» fanden be»reits die ledigen Dirnen, die sich vor sich selbst ernäh-ren, mit einer starken jährlichen Abgabe beleget. Al-lein die Absicht dabey ist, dieselben anzuhalten, daß siediei,en und ihren Herrschaften gut thun sollen. MeinesErachtenS wird der Nutzen vor den Staat viel größerseyn, wenn man sie dadurch zum Fleiß zum Behufder Manufakturen vermöget. Ich wünschte vielmehr,daß die Gesetze verhindern könnten, daß niemand über-flüßige Bedienten unterhielte. Es ist eine der schäd-lichsten Arten der Ueppigkeit und Verschwendung,wenn bloß zum Staat lind Pracht unnöthige und über-flüßige Bediente unterha lten werden. Der Hang zurFaulheit in der Nation wird dadurch sehr vermehret,und das Genie dcsVolke^ zum Fleiß und Arbeicsamkeicdesto weniger gebildet. Alles eilet nach den großenStädten in Dienste, wo sie mit mehr als halbemMüßiggangs bequem leben können. Man siehet laicht,wie viel arbeitsame Hämde dadurch dm> Nutzen des

Staats