Von Batist - Zwirn - u. Spitzmmanufact. 85
tzen ohnentgeldlich unterrichten. Diese Schülerinnenmüssen Anfangs durch kleine Belohnungen in der Lustund Aufmerksamkeit unterhalten werden, welche dieLehrmeisterinnen wöchentlich denjenigen von ihrenSchülerinnen austheilen, die in der Erlernung diemeiste Lust und Application bezeugen. Mit vier bisfünf Thalern wöchentlich kann man dreyßig Schülerin-nen große Lust machen *). AlSdenn aber, wenn sie schonunterrichtet sind, muß man ansehnliche Prämien vordiejenigen aussehen, welche vor sich ohne Zuthun derLehrmeisterinn die feineste und beste Arbeit liefern.Daö Hauptwerk bey dem allerfeinsten Zwirn ist dieBleiche, als welche eine große Vorsicht erfordert, undwozu man in Mecheln und Rössel eigne Verfahrungs-arten hat, die anderwärts nicht bekannt sind. Hier-zu also muß man durch gute Etablissements Leute von
F z daher
*) Hier verdienet die Einrichtung des Mädchcnwaysenhau-ses in Potsdam ein vorzügliches Lob. Außerdem, daßdie Kinder in den lutherischen und reformirten Schulenlesen, schreiben, rechnen und die Gründe des Christen-thums lernen, find auch auf den dabey angelegten Fabri-ken einige Faktoreßinnen angesetzt. Von diesen lernen dieMädchen theils die feinste ausgenützete Arbeit an Man-schetten , Enveloppen u. s. w. verfertigen, theils lernen siegoldene und silberne Spitzen, Blonden und Kanten, so-wohl gemeine als auf brabandcr Art klöppeln, welche.letztere sie, durch die Anweisung einer aus Brüssel ver-schriebenen Lehrmeisterinn, zu so großer Vollkommenheitgebracht haben, daß sie Stücke verfertigen, die von je-dem Kenner dieser Arbeit, den bradander Kanten gleichgeschätzt werden. Auch in Berlin ist vor einigen Jah-ren eine Spihemnanufactur angelegt, worinn ebenfallsMädchen nncntgeldlich unterwiesen werden.