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Johann Heinrich Gottlob von Justi ... vollständige Abhandlung von den Manufacturen und Fabriken. Erster [- zweyter] Theil
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108
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ro8 Il.Abthell. U.Abschn. IH.Hauptst.

wand, die eben wie der Cattun auf der Küste vonKoromandel am häufigsten verfertiget wird, in ihrenFarben nngemein dauerhafkig ^). Die Ursache ist,weil sie daselbst so vortreffliche Saftfarben haben, dielins in Eurnpa gänzlich ermangeln. Unsere gemaltelind gedruckte Leinwand ist fast zu nichts als zu Ta-peten brauchbar, wo sie der Sonne und Witterungnicht ausgesetzet sind; und zu diesem Endzwecke solltensie auch allein geduldet werden. Denn zu andern End-zwecken dienet das Drucken der Leinwand zu nichts,als daß das gemeine Volk um das Geld gebracht, unddie Leinwand so gut als verdorben wird

Die

*) So viel ich weiß, erhält man von der Küste Koroman-del nur gemalte baumwollene Zeuge, nicht aber Leinen;ungeachtet man sich den Namen Leinwand oft erlaubt,wenn man doch nur Baumwelle verstanden haben will.Die meisten gemalten Zeuge liefert die Gegend vom Vor-gebirge Komorin bis an den Ganges hinauf. Wegender Malerey sind sonderlich Madraß, Paliakat, Pondi-chery und Masirlipatnam berühmt. Die Europäer kau-fen auch dorr eine Menge blaugefarbker, und roch undblau gestreifter baumwollenen Zeuge, welche zum Scla,veuhandel in Aftica dienen.

**) Die Leinenfarberey hat vielmehr Schwierigkeit, alsdie Wollenfgeberey. Denn erstlich nimmt Leinen nichtso leicht Farbe an, als Wolle; zweptenü soll die Farbeauf Leinen noch dazu dauerhafter, als auf Wolle, seyn,weil leinene Sacken weit öfterer gewaschen werben;drittens dürfen die Farben die leinenen Waaren nicht sehrverthcurcn, da sie meistens von unbemittelten Perso-nen verbraucht werden; denn die Reichen ziehen die ringe,färbten gebleichten feinen Arten den gefärbten und gemal-ten vor. Gleichwohl ist es sehr wahrscheinlich, daß man,durch Hülse der Chemie, auch für Leine» Farbe» vor, denNöthigen Eigenschaften entdecken werde.