ZO6 III. Abtheil. Il.Abschti. m.Hauptst.
es allerdings angehen, die Mündung zugleich durchden Guß zu verfertigen, und mithin den ganzen Mör-ser durch den bloßen Guß auf einmal fertig darzustel-len, so daß er nichts, als etwan inwendig ein wenigpoliret zu werden, bedarf. Es ist mir unbekannt, obschon ein Stückgießer darauf gefallen ist, und es etwanhier oder da ausgeübet worden. Allein die Möglich-keit davon ist leicht einzusehen. Da eine Glocke durcheinen einzigen Guß in der Erde zu Stande kommenkann; so muß es auch mit einem Mörser, insonder-heit von der größten Art, gar wohl angehen. Denn,daß die Höhlung des Mörsers zwey - bis dreymal engerist, als eine Glocke von eben dieser sänge, das kannzwar etwas mehr Schwierigkeit, aber keine unüber-windliche Hinderniß und gänzliche Unmöglichkeit ver-ursachen. Noch mehr aber siehet man die Möglich-keit aus den metallenen Mörsern, die um etwasdarinnen zu zerstoßen und zu zerkleinen gebrauchtwerden. Freylich müßte die innere Mündung mitder allergrößten Accuratesse und Richtung abgeformetwerden; wenn sie eben so gut seyn sollte, als einegebohrte. Allein diese Arbeit ist doch ungleich gerin-ger, als das Bohren' ).
Wir
*) Faß scheint es, als ob der Verfasser damals, als er die-ses geschrieben hat, keine richtigen Begriffe von der Ka-nonengicßerey gehabt habe. Denn die älteste und damalsnoch allgemein gebräuchliche Weise besteht darin», daßdie Kanonen über eine Kcrnstange, also hohl gegossenwerden. Wenn nach dem Gusse diese Kernstange herausgezogen ist, wird das Stück durch verschiedene Bohrer,
deren