Buch 
Johann Heinrich Gottlob von Justi ... vollständige Abhandlung von den Manufacturen und Fabriken. Erster [- zweyter] Theil
Entstehung
Seite
424
JPEG-Download
 

Dennochsind dieSpiegelst,-briken alle-mal noth-wendig.

424 Hl- Abtheilung. IV. Abschnitt.

des Holzmangels erinnert habe, muß man auch hierbehaupten. Wenn man nur auf den Holzanbau dieerforderliche Aufmerksamkeit und Fleiß verwendenwollte; so würden diese nützlichen Fabriken im LandeStatt finden können, ohne daß man deshalb einenHolzmangel und große Vertheurung desselben zu be-fürchten hatte.

Allein wenn man auch wegen der ehedem der-nachläßigten Holzpflanzung ohne merkliche Vergröße-rung des Holzmangels nicht wohl im Stande ist,Glas-und Porcellanfabriken anzulegen; so sollte mandoch in einem nur in etwas beträchtlichen Staate nieunterlassen, eine Spiegelfabrik zu veranstalten. Dieheut zu Tage überall zur Mode gewordene Ueppigkeitverursachet einen sehr großen Absah in Spiegeln.Ein jeder Handwerksmann, der nur ein wenig mehrverdienet, als was er täglich verzehret, will ein auf-geputztes, oder wenigstens reinliches Zimmer haben;und die erste Meubel darinnen ist ein Spiegel vonziemlicher Größe. Diese Waare ist gar nicht wohl-feil; und wenn demnach ein Land selbst keine Spie-gelfabrik hat; so gehet davor ein ansehnliches Geldaußer Landes. Was aber hierbey vornehmlich be-merket zu werden verdienet, ist, daß die Materialienzu den Spiegeln von geringer Erheblichkeit sind. Dergrößte Theil von dem Preise der Spiegel ist Arbeits-lohn ; und jemehr der Lohn vor die Arbeiter bey einerManufaktur oder Fabrik hoch hinan steigt, jemehrfolglich Arbeiter dadurch Brod und Nahrung finden,

destomehr