Buch 
Johann Heinrich Gottlob von Justi ... vollständige Abhandlung von den Manufacturen und Fabriken. Erster [- zweyter] Theil
Entstehung
Seite
427
JPEG-Download
 

Bonden ächten Porcellanfabriken. 427

ren gewesen, die man zwar bewunderte, aber nichtnachzumachen getrauet«, bis man zu Ausgang desvorigen Jahres in Frankreich einen Versuch machte,welcher nicht übel gerieth, woraus denn nachher dieFabrik zu St. Cloud entstanden ist. Dieses fran-zösische ächte Porcellan aber wurde gar bald von demsächsischen übertreffen, wovon der den Chymistenbekannte Bötticher Erfinder war. Nach der Zeithat man auch in Wien und Berlin Porcellanfabrikenangeleget, die aber die Schönheit des sächsischen undfranzösischen noch nicht erreichet haben; und die berli-nische hat seit einiger Zeit zu arbeiten gar aufge-hört *).

Porcellan ist eine Materie aus verschiedenen Stei-nen und Erden, welche, nachdem allerley Gefäßeund Sachen theils zum Gebrauch, theils zur ZierdeDaraus gebildet worden, durch ein heftiges Feuer biszu einem geringen Grade der Glaswerdung, nämlichbis zum Grad des ZusammensinternS getrieben wird;da denn die Gefäße und Sachen mit allerley Figu-ren und Farben bemalet, und, um diese Malerey ein.zubrennen, noch einmal in das Feuer gebracht wer-den. Die Güte und Vollkommenheit der Porcella,ne beruhet auf der guten Symmetrie und unfehler-haften Gleichförmigkeit seiner Bildung, auf seiner

voll-

*) Aber sie ist bald darauf mit desto größerm Erfolg wiederneu angelegt worden. Die Geschichte der Porcellan«Manufakturen habe ich, so weit ich sie habe erhalten köy,nen, in meiner Technologie S. 27a. beygebracht.

Begriff

von dem

Porcellan

und von

deffcnVolh,

kommen«

heit.