Von den ächten Porcellanfabriken. 429
cellan zu machen, dem Glase seine Durchsichtigkeitbenehmen, welches auf gar vielerley Art geschehenkann. Herr von Reaumur glaubet zwar eine Erfin-dung gemacht zu haben, das Glas in Porcellan zuverwandeln. Allein sein undurchsichtig gewordenesGlas höret deshalb nicht auf, Glas zu seyn.
Das Wesen des Porcellans bestehet demnach in Zweyerley
einer Zusammensinterung der dazu genommenen stei- H^uptwe-' .. . ,, . . gePorcel-
nigten und erdigten Materien, welche keineöwegeS zu ma«
bis zur Glaöachtigkeit steigen muß. Diese Zusam- chen.mekisinterung kann nun auf zweyerley Art geschehen.
Die erste Art ist, daß man zweyerley ganz verschie.dene und entgegengesetzte Stein- und Erdarten dazuerwählet, davon die eine ihrer Natur nach in demheftigsten Feuer zu Glase schmelzet, die andere aberdergestalt unschmelzbar ist, daß sie durch keinerleyGrad des Feuers zu dem Zusammensintern, oder an-dern Zeichen der Schmelzbarkeit gebracht werden kann.
Denn wenn diese zweyerley verschiedene Stein- undErdarten in ihren zartesten Theilchen auf das innigstemit einander vereiniget und einem sehr hohen Graddes Feuers ausgesetzet werden; so hat die Schmelz-barkeit der einen Materie über die Unschmelzbarkeitder andern so viel Gewalt, daß sie beyde mit einanderzusammen sintern, und dasjenige darstellen, was dasWesen des Porcellans ist. Allein keine Gewalt desFeuers ist alsdenn vermögend, beyde Materien zueiner glasartigen Schmelzbarkeit zu bringen. Diezweyte Art des Zusammensinterns ist, daß man zwar
Stein-