Von gefärbtem Leder, Papier :c. 585
denn der leichte und schlechte Corduan aus Schaafs.fellen dienet allein vor die Buchbinder und zu aller,ley Futteralen. Man verfertiget denselben Haupt,sächlich in der Türkey; und ohngeachtet er heutigesTages in Frankreich, Pohlen und selbst in Teucsch-land, insonderheit zu Lübeck und Leipzig, häufig ge-macht wird; so behauptet der türkische doch nochimmer einen merklichen Vorzug. Seine Gütekommt darauf an, daß er kleinnarbig, weich undmollig, nicht aber hart und klapperig ist, und da-bey einen guten Glanz und eine schöne Farbe hat.Man findet ihn von allen möglichen Farben. Derschwarzrauche Corduan, oder das so genannte sami.sehe Leder, ist ein Corduan, der auf der Aasseite ge-schwärzet ist. Er soll auf der andern Seite schönweiß seyn. An sich selbst ist eö kein Zweifel, daßwir nicht den Corduan so gut und schön machen kön-nen, als in der Türkey geschiehet. Eine in Halleangelegte Corduan. und Saffianfabrik hat diesesgenugsam gezeiget. Der Vorzug des türkischenCorduans beruhet eigentlich auf der Güte ihrer Bock-und Ziegenhäute, die von den angorischen ^Ziegensind, die in Natolien in großer Menge gehalten wer-den, davon ich in dem zweyten Bande meiner öco.nomischen Schriften gehandelt habe. Ueberdieß ha-ben sie ihre Häute und Materialien viel wohlfeiler;und haben also allemal den Vorzug in dem Absah *).
O 0 ; 2) VoM
*) S. Anleitung;ur Technologie S- rri. Daß Häut«der angorischen Ziegen vorzüglich gebraucht würden, ist«ine unwahrscheinliche Vermuthung des Verfassers.