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Ueber Torf, dessen Entstehung und Wiedererzeugung mit besonderer Berücksichtigung des Bezirkes Regensberg / von ... Wäkerling ...
Entstehung
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fuß Land, so wirft die Juchart dennoch an Torf unter obigenAbzügen 332 Gulden ab. Unser neues Hohlmaßgesetz scheintden Brennwerth des Torfes auf die Hälfte desjenigen des Holzesanzunehmen, da es gerade das Doppelte für den erstem ansetzt,nämlich 216 Kubikfuß für den Torf, 108 Kubikfuß für das Holz-klafter. (§. 6. des Gesetzes.)

Den eigentlichen Brennwerth des Torfes wie des Holzesrechnet man gewöhnlich nach specifischem Gewichte. Wenn mannun dieß als richtig betrachten wollte, so dürfte es für Verkäuferund Käufer am beßten sein, wenn der Torf nicht nach Hohlmaß,sondern nach Gewicht verkauft würde. <Freilich müßte dann §. sodes neuen Maßgesetzes eine solche Licenz gestatten.) Wie Sie sehen,ändert sich das specifische Gewicht des Torfes mehr als um dieHälfte, was daher auch gleiche Verschiedenheit im Preist bedingt,wenn nicht etwa das größere specifische Gewicht durch Beimischungvon Erdarten hervorgebracht wird; ein Umstand, der dann denTorf mit der Moorerde in Eine Reihe setzt, da auch diese, wennman Laub, Gras, Stroh darunter wirkt, noch leicht verbrennt.

Gewöhnlich nimmt man an, IVr Waß Torf, bei einigenTorfarten gewiß auch 2 Maß desselben ganz unserm neuenGesetze gemäß sei gleich einem Maßtheile Holz. Viele Torf-arten haben indeß auch noch geringern Werth.

Uns weiter über den Brennwerth des Torfes als solchen ein-zulassen, finden wir hier für überflüssig , weil denselben jedermannkennt.

Mehr hingegen dürfte auf die Benutzung des Torfes in ver-kohltem Zustande von Seite unserer Gesellschaft Rücksicht genom-men werden, da man auf diese Art eine sehr gute und selbst fürSchmelzofen taugliche Kohle liefert.

Erst in neuerer Zeit hat man angefangen, Kohlen aus Torfauch in Meilern zu brennen, da man früher in der Ansicht stand,eine gute Kohle aus Torf könne nur in eigens dazu eingerichtetenOfen erzweckt werden. Man warf den Meilern vor, es sei durchsie fast unmöglich, die wahre Verbrennung abzuhalten. Manhat jedoch in neuester Zeit gefunden, daß man in Meilern wiein Ofen Va bis Vs Kohle gewinne, wenn man die einzelnen Torf-stücke möglichst dicht an einander legt, und somit nicht allzuvielLuft in den Meiler einläßt.

Wenn wir von dem Torfe als Brennmaterial redeten, so ge-schah dieß als von einer allbekannten Sache. Weniger ist dieß

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