Von der Haarfarbe. zrr
selbigen einen kleinen Eymer voll gegohrnen Urin.Man muß zuvor in diesen Eymer ein kleines Lochgegen seinen untern Theil zu, gemacht haben, unddarein ein wenig Stroh stopfen, so, daß der Harnsehr langsam in den Kessel ausläufr. Indemdieses geschiehet, laßt man die Brühe mir starkemWallen kochen, und dieser Harn ersetzet, wasabdunstct. Diese Arbeit währet fünf Stunden,welche Zeit über man auf drey Eymer solchcrge-stalt hinein bringet. Man laßt ihn etwas stärkerlaufen, wenn das Wallen heftiger ist, als wennsolches mäßiger ist. Nur muß man bemerken,daß nur fünf Pfund gebrannte Wcinhefen, wegender geringen Menge von Ziegenhaaren, bey ge-genwärtiger Arbeit genommen werden; will manaber dreyßig Pfl^nd Haare auf einmal schmelzen,welches die ordentliche Menge ist, deren sich diePariser Färber bedienen, so nimmt man nur zwölfUnzen Wcinhcfenasche auf jedes Pfund Haare.Man empfindet die ganze Zeit dieser Arbeit übereinen sehr starken Geruch von dem flüchtigen Salzedes Harnes. Fast beständig schwimmt einSchaum auf der Brühe, sie ist anfangs ziemlichbraun, aber nach Hinzusetzung des Urins wird sienoch bräuncr. Daß die Brühe genugsam gekochthat, erkennt man daran, wenn sie nicht mehraufsteiget, und nur mit gelindem Wallen kochet.Dieses ereignet sich bey gegenwärtiger Arbeit gegenacht Uhr des Abends. Alsdenn nimmt man dasFeuer weg, bedeckt den Kessel mit seinem Deckelwohl, und legt noch Decken darüber, und so läßtman ihn bis den folgenden Tag stehen, Man
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