2z6 Von der Orseille,
Nehmet ein Pfund levantische Orseille, die reinist, benetzt sie ein wenig mit Harne, thut Sal-miac, Steinsalz, Salpeter, von jedem zwo Un-zen hinzu, reibet alles klein, und menget es wohlunter einander, so laßt es zwölfTagc stehen, dochdaß ihr es täglich zweymal rühret, thut ein we-nig Harn dazu, daß das Kraut beständig feuchteist; laßt es noch acht Tage in diesem Zustande,und fahret immer fort, es zu rühren. Nachge-hends nehmet drittehalb Pfund wohlgcriebcnerPotasche, und setzet solche mit anderthalb Pfundaltem Harne hinzu. Astes zusammen laßt nochacht Tage stehen, und rühret es, wie ordentlich,darauf gießet noch eben so viel Harn zu, undnach Ablauf fünf oder sechs Tagen thut manzween Gros Arsenic hinein, so ist sie im Standezu färben.
Ich habe diese Verfahren mit Weglassungdessen, was mir unnütze schiene, nachgeahmet,und in dieser Absicht ein HalbesPfund mit Schee-len sehr klein geschnittene capvcrdische Orseillein ein krystallen Gcfässe, das einen Deckel hatte,gethan. Ich habe so viel gcgohrnen Urin daraufgegossen, als, sie wohl zu durchfeuchten nöthigwar; nachgehendes habe ich eine zulängliche Men-ge in der Luft gelöschten Kalk hinzu gesetzt, wel-ches dieses erstemal wohl auf eine Unze steigenkonnte. Ich habe dieses Mengsel von zwo zuzwo Stunden den ersten Tag wohl unter einan-der gerührt; den folgenden Tag habe ichnoch einwenig Kalk hinzu gesetzt, aber ohne das Kräut«rich damit zu überschwemmen, und sie viermal