404 Von der Zubereitung der Seide,
Ocrlern Zurücke bleibt, so muß man sie wieberins Kochen bringen, um sie aufs neue sieden zulassen. Ist nun alle Seide gut gekocht, so ziehtman alle Taschen wieder heraus, wie das er-stemal.
Um die Seide zuzubereiten, daß sie in dieFarbe kommen kann, die man ihr geben will,so macht man sie, nachdem sie gewaschen ist,vollends ganz auf dem hölzernen Nagel zurcchre,wie ich solches schon in dem vorhergehenden Ka-pitel berühret habe.
Es ist aber nicht gleichviel, was man fürSeife zum Kochen- der Seide gebrauche. Manmuß die beste weiße Seife dazu nehmen, die manhaben kann. Man würde auch nichts dabey er-sparen; wenn man andre Seife darzu nähme,denn man würde eine weit größere Quantität dar-zu nöthig haben,
Die Seide vermehret gewöhnlich ein Viertelvon ihrem Gewichte in der Kochung. Es giebteinige, wie die Tramascide von Spanien, vonValcnce und verschiedene andere, welche 2 bis zPfund mehr aufs hundert verlichrcn.
Wenn man in den warmen Sommertagen6 oder 7 Tage gekochte Seide aufbehält, sie übereinander liegen , und nicht von dem Seifbade wa-schen läßt, so bekommt sie einen bösen Geruch,erhitzt sich, und bekommt sogar kleine weißeWürmchen, von der Art wie die Fleischwürmer.Unterdessen fressen die Würmer nicht die Seideselbst an, sondern nähren sich bloß mit dem mitGummi vermischten Seifwasser.
Das