50
bornen mit aller Rohheit lyrannisirten, verfiel in den genanntenStaaten neben Gewerben, Handel und Ackerbau auch die Vieh-zucht. Von Zeit an verloren die Pferde aus der Berberei ihrenfrüheren Ruf mehr und mehr, die Zucht ward vernachlässigt,neues Blut aus Arabien nicht eingeführt, die edelsten Thiere so-gar von den übermüthigen Türken den Beduinen-Arabern ge-nommen. In Marokko erhielt sich die Reinzucht der edlerenRacen, indem dieser Staat weniger durch Krieg und innere Un-ruhen heimgesucht ward und von Fremden verschont blieb. Nebender Sorgfalt, die namentlich in den südlichen Provinzen auf diePferdezucht verwendet wurde, ward auch ein Verbot der Pferde-ausfuhr erlassen und die strengsten Strafen, in einzelnen FällenTodesstrafe, auf Umgehung desselben gesetzt. Man darf sonachannehmen, dass die Berberpferde sich am reinsten in dem Kaiser-thum Fez und Marokko , wie in den südlichen, an die WüsteSahara grenzenden Provinzen der Barbareskenslaaten erhaltenhaben.