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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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73
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sind flach, schräg ablaufcnd und muskulös, die Vorderfüsse gutgebaut und stärk. Die Fesseln sind etwas lang, ebenso der obereTheil der Vorderbeine, an denen die Muskeln und Sehnen freiliegen. Die Füsse haben an dem hintern Theile (an der Küthe)fast gar keine Haare ein Zeichen des edlen Blutes, da allegemeine Pferde grosse Büschel an jener Stelle besitzen. DieHufe sind länglich und fest. Von den Hinterfüssen gilt dasselbe,was von den vorderen gesagt ist. Der obere Theil derselben(die Hose) ist fleischig, muskulös und schön gerundet, die Sprung-gelenke sind stark, mit beträchtlicher Biegung. Der Körper istin allen seinen Theilen symmetrisch, schön gerundet, häufigmager, was man der geringen Menge und der Art des Futterszuschreiben muss. Selbst bei geringer, kaum zureichender Nah-rung und bei den grössten Beschwerden verliert das edle arabischeRoss sein Feuer, seinen guten Willen nicht, der Gang bleibtlebhaft und anmuthig, das Auge strahlt Leben und Muth, derSchweif wird hoch im Bogen getragen. Dazu kommt noch daskurze, glänzende Haar, die schönen, hellen Farben, das kräftigeHintertheil, eine für ein Reitpferd so wesentliche Eigenschaftdas Zierliche und Graziöse in allen Theilen und bei allen Bewe-gungen wer möchte da noch das edle Pferd der arabischenWüste geringschätzen, wenn er sich zugleich erinnert, was eszu leisten fähig ist auf schwierigem Terrain, bei Hunger, Durstund Hitze, wenn er sich erinnert, wie treu es zu den Menschen,besonders zu seinem Reiter hält, wie es so angenehm zum Reiten,so klug und fromm ist! Wenn selbst der Anglomane ein solchesThier in seiner ganzen Pracht auf den Steppen und in den Ebenendes Morgenlandes sähe, so möchte auch er vergessen, dass esnicht so gross, wie die englische Voll- und Halbblulrace, dasses auf kurzen Distancen und auf ebenem Terrain auch wohl nicht