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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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grosser Wagen- und Reitschlag gezüchtet, der den Anforderungen,welche man an eine so grosse, schwere Race machen darf, zurGenüge entspricht. Neuerdings hat man durch englische Hengstediesen Schlag verbessert, was für die normannische Race gewisseine sehr gute Wahl ist. Ein anderes, von Ludtoig XV. mitgrossen Kosten angelegtes Gestüt befindet sich zu Pompadour inLimousin und bezweckt die Producirung edler Reitpferde. Dess-halb wendet man dort edle orientalische Hengste an, wie diessvormals mit den spanischen geschah. Zur Zeit Ludwigs XV. sollentreffliche Pferde aus jener Anstalt hervorgegangen sein, späteraber und besonders während der Revolution kam dieselbe in Ver-fall und soll unter Napoleon wieder neue Einrichtungen bekommenhaben. Da sie jedoch den gehegten Erwartungen nicht entsprach,so wurden die Mutterstuten grösstentheils verkauft und ein grossesLandbeschäler-Depot errichtet. Die Limousiner Race steht nochimmer in Ansehen, zumal als Reit- und leichter Wagensehlag.Ein drittes königliches Gestüt befindet sich in Roziere bei Nancy ,welches aus den Ueberbleibseln des Pfalz -Zweibriickischen Ge-stüts gebildet wurde, das man während der Revolution aufhobund nach Frankreich verlegte. Im Jahre 1814 wurde ein grosserTheil dieses Gestüts von den Preussen genommen und nach Neu­ stadt an der Dosse verlegt, der Ueberrest aber später wieder inRoziere zu einem Gestüte verwendet. Der hohe Ruf, in demdas Zweibrückische Gestüt früher stand, hat sich theilweise bisjetzt in der Nachkommenschaft desselben bewährt; das edleorientalische Blut, welches ihm früher sein Ansehen verschaffte,ist noch jetzt wahrzunehmen, obwohl Roziere und die Umgegendnicht sonderlich für die Haltung eines Gestüts sich eignete. Essind zwar wieder mehrere Transporte ächt orientalischer Pferdenach Frankreich gebracht worden und einer der bedeutendsten