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bis man erstere bis auf eine Meile und das Gewicht auf dasäusserste Minim u m horabsetzle. Jetzt konnte man junge Pferdezum Wettrennen benutzen, von nun an trainirte man Fohlen vonachtzehn Monaten und brachte sie mit zwei Jahren bereits auf dieBahn, anstatt dass man früher nur vier- bis fünfjährige Rennerlaufen liess. Aus dieser neuen Bestimmung und Einrichtung er-gaben sich mehrere bedeutende Folgen für die englische Pferde-zucht. Man sah fortan bei derselben hauptsächlich und vor Allemauf die Producirung möglichst schneller Pferde und übersah beidiesem Hauptzweck vieles Andere, was Knochenfehler, einenschönheitswidrigen Bau und andere Mängel betraf. Durch über-reichliches Futter, ein wahres Mastungssystem, dessen Folgenman wieder durch übermässige Anstrengungen der jungen Thiere(Trainiren) zu massigen wusste, durch unausgesetzte Uebung,durch Pflege und die beste Wartung brachte man es dahin, dasszweijährige Pferde die Grösse und anscheinende Stärke, ja ganzdas Aussehen von vierjährigen erhielten, dass diese frühzeitigenTreibhauspflanzen bei kurzer Distanz und ermässigtem Gewichtauf den Rennbahnen erschienen und nicht blos durch ihr geringesAlter und ihre Leistungen Erstaunen erregten, sondern auch dergeringem Kosten wegen, die ihre Aufziehung erheischte, wie desfrühem Gewinnes wegen von nun an fast ausschliesslich so jungtrainirt und zum Weltlauf benutzt wurden. Da sich aber dasorientalische Pferd später ausbildet, als das nördliche oder innördlichen Ländern acclimatisirte, so konnte man fernerhin zuden Wettrennen zweijähriger Pferde orientalische nicht füglichverwenden; man bediente sich zu denselben mit mehr Erfolg dergrösseren, frühzeitiger ausgebildeten englischen Vollblutrace, die,obgleich von orientalischem Blute abstammend, dennoch im Laufeder Zeit durch Cultur und durch ein bei der Zucht consequent
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Das orientalische Pferd.