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in Holstein und den angrenzenden dänischen Provinzen einwirkteund viele Nachahmer fand, die es sich angelegen sein lassen,eine veredelte Pferdezucht in ihrem Vaterlande einzuführen, wozudasselbe sich aus mehrfachen Gründen trefflich eignet.
Hannover zeichnet sich unter den deutschen Staaten schonseit geraumer Zeit durch eine treffliche Landespferdezucht aus,unerachtet es kein sogenanntes Stammgestiite besitzt. Die Land-beschäler, die für den Landmann und Pferdezüchter in grosserAuswahl und geprüfter Tüchtigkeit auf mehreren Stationen, ingrösster Auszeichnung und in grosser Anzahl zu Celle , gehaltenwerden, haben jene erfreuliche Erscheinung hauptsächlich be-wirkt , und da dieselben nicht in Gestüten gezogen, sondern an-gekauft werden, den Feinden der Stamm- und LandgestüleGelegenheit gegeben, ihre Behauptungen durch dieses Beispielzu belegen. Keinenfalls geschieht aber diess mit Fug und Recht,denn Hannover stand unter allen deutschen Staaten bis vor we-nigen Jahren in ganz besonderen Verhältnissen. Seit mehr alseinem Jahrhundert hatte es einen integrirenden Tlieil von Eng-land ausgemacht und war von den englischen Regenten als Stamm-land stets mit grösster Vorliebe behandelt worden. Kein Wunderdaher, dass die Passion, die in England für edle Pferde herrschte,in vielen Beziehungen sich auch nach dem deutschen Schwester-lande verpflanzte, der gemeinsame Regent, die reichen Grund-besitzer im Lande und endlich der Landmann selbst, der bei derPferdezucht so viel Begünstigung erhielt und Vortheile erblickte,wirkten vereint für Veredlung und Vermehrung der inländischenRacen durch Kreuzung mit englischem Blut. Die Regierung kauftedie besten Landbeschäler auf, die man im eigenen Lande, oder,dem zweckmässigen Systeme bei der Förderung der Landeszuchtgemäss, in anderen Ländern, vor allen in England, fand, der