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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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erniedrigend, so gewannen doch viele deutsche Fürsten bedeutendan Macht, Würde und Länderbcsitz in jener grossen und zugleichheillosen Zeit; Württemberg aber verhältnissmässig am meisten,was es unbedingt seinem damaligen energischen Könige, der sohäufig angefeindet wird, verdankt. Alle Anerbietungen, ihn zurAbtretung seines Reichs, seines Stamm- und Erblandes zu be-wegen, schlugen fehl an seinem festen Willen, an der unerschüt-terlichen Behauptung seiner Rechte. Umsonst bot man ihm dasKönigreich Portugal und andere eben so bedeutende Entschädigun-gen (z. B. das Churfürslenthum Hannover ) für sein Land, Fried-rich ging auf nichts ein, und so musste sich dem unbeweglichendeutschen Fürsten der allmächtige französische Kaiser fügen.

König Friedrich von Württemberg war ein kluger undfür jene verhängnissvolle Zeiten ein ebenso tüchtiger Regent.Wenn er nicht allen Erwartungen entsprochen hat, so möge manbillig und gerecht sein und die früheren Verhältnisse, das frühereLeben, Sitten und Gebräuche und die besondere Stellung derLandesfürsten in jener bewegten Zeit berücksichtigen. Ueberdemstiftete König Friedrich in der That manches Gute und Nützliche;er war zwar oft ein eigenwilliger, auffahrender Herr, dabei abergerecht, von scharfem Verstände und festem Willen. Einensolchen Fürsten verlangte jene stürmische Zeit; ein Anderer wäreihr vielleicht erlegen. Ob der König dem Kaiser, der ihn erhöhetund sein Land um das Doppelte vergrössert halte, in Wahrheitzugethan war, lasse ich dahingestellt; nach der verhängnissvollenSchlacht bei Leipzig schloss er sich den Verbündeten an und kämpftewacker gegen Deutschlands Feinde, wie sich denn die württem-bergischen Truppen in den letzten Kriegen so häufig auszeichneten.In den Feldzügen gegen und in Frankreich , 1814 und 1815, führteder damalige Kronprinz, jetziger König Wilhelm , das württem-