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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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Die arabischen Mutterstuten werden in abgeschlossenenKoppeln während der schönen Jahreszeit auch auf die Waidengelrieben, aber mit grosser Vorsicht; bei rauhem, windigen,regnerischen Weller bringt man sie in die Ställe zurück, wennsie unter den Schuppen und Baumgruppen keinen hinlänglichenSchutz mehr finden. Für die acht arabischen Stuten und derenFohlen ist man am nachsichtigsten und sorgsamsten, die Sorgfaltfür diese ausgesuchten, aus einem fremden Clima stammendenThiere ist wahrhaft erstaunlich. Die alten Stuten aus demNedschdi-Stamme, von den Koheilans, El-Khoms und wie dieRacen und Geschlechter alle heissen, und alle Pferde, die ausArabien und dem Oriente nach Württemberg gebracht wurden,mögen in dem königlichen Gestüte ihr Vaterland, die Hitze unddie Dürre daselbst, den so häufigen Mangel an Futter und Wasser,die Beschwerden und ausserordentlichen Leistungen, denen siedort so häufig ausgesetzt waren, bei der Schonung, der treff-lichen Pflege und Wartung und dem reichlichen, besten Futter,was ihnen Alles jetzt wird, gewiss leicht vergessen voraus-gesetzt, dass sie ein so weit hinaufreichendes Gedächlniss besitzenund überhaupt Vergleichungen anslellen können, was man, wennman das kluge Auge des arabischen Pferdes, sein ganzes Be-liaben, seine Grazie und Würde recht genau betrachtet, beinaheannehmen möchte.

Die orientalischen Stuten, die rein arabischen wie diejenigenaus einer Vermischung arabischer Hengste mit englischen Stuten,und die grossen Stuten von englischem Halbblut, aus Trakehnen und von der Nachzucht theils mit arabischen, theils mit eng-lischen und Trakehner Hengsten, betragen zur Zeit in Weil65 Stück, 2i vom Reit- und 44 vom Wagenschlage. Unterletzteren züchtet man nur Schimmel und Rappen, und unerachtet